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Thermische Behandlung in der RVL

  

Anlieferung

Die Abfallbrennstoffe (Packstoffe aus der getrennten Sammlung, Rejekte, Leichtfraktions aus mechanisch oder mechanisch/biologischen Aufbereitungsanlagen, kontaminiertes Altholz, Klärschlamm und Rechengut) werden entweder zu Ballen gepresst oder als Schüttgut per Bahn oder Lkw angeliefert. Nach einer stichprobenartigen Kontrolle gelangen sie in die Aufbereitung, wo sie zerkleinert und schichtweise in den Tagesbunker eingebracht werden.

Verbrennung

Die Abfallbrennstoffe werden von der Aufbereitungsanlage über einen rund 390 Meter langen Rohrgurtförderer zum Kesselhaus transportiert. Dort werden die Fraktionen Packstoffe, Rejekte, Siebüberlauf und Altholz in zwei
Vorlagesilos eingebracht. Von hier aus werden diese Abfallbrennstoffe in die Feuerung eingeblasen. Klärschlamm wird in einen separaten Vorlagesilo eingebracht und von dort aus eingeblasen. Die Temperatur im Feuerraum beträgt zwischen 850 und 900°C.

Als Verbrennungsluft wird hauptsächlich geruchsbelastete Abluft der Viskosefaserproduktion verwendet, sodass die darin enthaltenen Gase H2S (Schwefelwasserstoff) und CS2 (Schwefelkohlenstoff) ebenfalls verbrannt werden.

Im Verbrennungsraum des Wirbelschichtkessels zirkuliert heißer Sand, in den die brennbaren Reststoffe eingetragen werden. Dieses System gewährleistet eine äußerst schnelle und praktisch vollständige Verbrennung.

Energieerzeugung

Weil das ganze Jahr über Hochdruckdampf an die energiezentrale der Lenzing AG geliefert wird, erreicht die RVL einen sehr hohen energetischen Wirkungsgrad. Er liegt aufgrund der gut ausgebauten Kraft-Wärme-Kopplung (parallele Nutzung der elektrischen und der thermischen Energie) bei etwa 85 Prozent.

Rauchgasreinigung und Abwasserbehandlung

Aus den Rauchgasen wird in einem ersten Verwahrensschritt über Fliehkraftabscheider und Gewebefilter Staub (Flugasche) abgeschieden. In der nachfolgenden zweistufigen Rauchgaswäsche werden vor allem Chlor- und Fluorwasserstoff, quecksilberhaltige Verbindungen und Schwefeldioxid abgeschieden. Schließlich werden in einer Katalysatoranlage Stickoxide reduziert und Dioxine abgebaut.
Das aus dem Rauchgaswäscher ausgeschleuste Wasser wird in die Abwasserreinigungsanlage  der Lenzing AG eingeleitet.
 

Kenndaten der Anlage

Brennstoffwärmeleistung  110 MW
Jahreskapazität  300.000 to
Prozessdampfabgabe  bis zu 130 to/h



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