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Tierkörperverwertung


Luftbild der TKV-Regau, 2010

 

Abfallkategorien

 

Kategorie 1 - Risikomaterial

 

  • Tierkörperteile einschließlich der Haut von BSE- verdächtigen Tieren
  • Teile anderer Tiere, als Nutztiere oder Wild (z.B. Heim-, Zoo- und Zirkustiere)
  • Versuchstiere
  • Teile von Wild, das einer auf Menschen oder Tiere übertragbaren Krankheit verdächtigt wird
  • Spezifiziertes Risikomaterial (SRM) und ganze Tiere, wenn SRM nicht entfernt wurde
  • Erzeugnisse von Tieren, denen verbotene Stoffe verabreicht wurden, oder deren Gehalt an Umweltschadstoffen die Grenzwerte (1 und 2) überschreiten
  • SRM-haltiges Material aus der Abwasserbehandlung, wenn es nicht vorbehandelt wurde (Sieb 6 mm)
  • Küchen- und Speiseabfälle von Beförderungsmitteln im grenzüberschreitenden Verkehr
  • Mischungen aus Material der Kategorien 1 und 2 und/oder 3

 

Kategorie 2 - gefallene Tiere

 

  • Magen- und Darmpakete
  • Gülle von Magen und Darm getrenntem Magen- und Darminhalt
  • Milch
  • Kolostrum
  • Tiere und Teile von Tieren, die nicht durch Schlachtung gestorben sind oder die zur Tilgung von Tierseuchen getötet wurden
  • Erzeugnisse tierischen Ursprungs mit Rückständen von Tierarzneimitteln, oder deren Gehalt an Umweltschadstoffen einen Grenzwert (3) überschreitet
  • Importe von Erzeugnissen aus Material (nicht Kategorie 1) aus Drittländern, wenn sie den tierseuchenrechtlichen Kontrollvorschriften nicht entsprechen
  • Körper oder Teile von Wildtieren ohne Verdacht auf übertragbare Krankheiten
  • Andere tierische Nebenprodukte als die der Kategorie 1 oder 3
  • Material aus Abwasserbehandlungsanlagen aus Schlachthöfen, wo kein SRM anfällt und aus Verarbeitungsbetrieben der Kategorie 2
  • Mischungen aus Material der Kategorien 2 und 3
  • Fischmaterial

 

Kategorie 3 - Schlachtabfälle

 

  • Genusstaugliche Schlachtkörperteile
  • Als genusstauglich abgelehnte Schlachtkörperteile, die von genusstauglichen Schlachttieren stammen
  • Häute, Hufe, Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die zum menschlichen Verzehr geeignet sind und in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • Blut von anderen Tieren als Wiederkäuern, die zum menschlichen Verzehr geeignet sind und in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • Tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind
  • Alte Lebensmittel
  • Rohmilch von gesunden Tieren
  • Fische oder andere Meerestiere, die auf offener See für die Fischmehlherstellung gefangen wurden (ausgenommen Meeressäugetiere)
  • Frische Nebenprodukte von Fischen
  • Schalen, Nebenprodukte aus Brütereien und Knickeier-Nebenprodukte

 

Weiteres werden angenommen:

  • Fettabscheiderinhalte aus Schlachtbetrieben
  • Blut (2011 waren es 19.300 t/a)
  • Überlagerte Lebensmittel (wenn vorhanden, dann Probelieferung)
  • Flotatschlämme (nach Rücksprache)
  • Abwasser (nach Rücksprache)

 

Die Endprodukte (Ausbeute 2010/2011):

25 % Tiermehl, 12,5% Blutmehl und 11% Fett.

 

 

Gesetze

Die AVE Tierkörperverwertungs GmbH ist ein wichtiger Partner des Landes Oberösterreich in Bezug auf Seuchenhygiene und Seuchenprophylaxe.

Die Parameter der Verarbeitung sind europaweit in der Verordnung (EG) 1069/2009 und der zugehörigen Durchführungsverordnung VO (EU) Nr. 142/2011 geregelt.

Auf nationaler Ebene ist die Tiermaterialien-Verordnung (BGBl. II Nr. 484/2008) einzuhalten.

Auf Landesebene sind z.B. die Gebühren, die Organisation der Gemeindesammelstellen und der Transport sind in der OÖ. Tiermaterialienverordnung (LGBl. Nr. 43/2004) festgelegt.

Die Einhaltung aller relevanten Bescheide wird durch die in der Gewerbeordnung (§ 82b) geforderte regelmäßige Überprüfung sichergestellt.

Der Standort ist nach ISO 9001:2008, ISO 14001:2009 und BS OHSAS 18001:2007 durch den TÜV Süd zertifiziert.

 

Der Arbeitsbblauf der Tierkörperverwertung


Meldungswesen
Verendete Tiere müssen laut Gesetz innerhalb von 36 Stunden nach der Meldung (ausgenommen Sonn- und Feiertage) von unseren Meldungsfahrzeugen abgeholt werden.
Kleinere verendete Tiere (wenn keine Übernahmebestätigung erforderlich ist) sowie sonstige tierische Abfälle können von Privatpersonen in eine der 141 in ganz Oberösterreich aufgestellten, gekühlten Sammelstellen eingebracht werden. Die Sammelstellen werden regelmäßig entleert und gereinigt.

Einwurfgewicht max. 35kg!



Die Amtstierärzte führen in den Räumlichkeiten der AVE Regau täglich Sektionen im Auftrag des Tiergesundheitsdienstes durch.

 

Zwischenlagerung
In Rohwarenmulden
Zerkleinerung
in Brechern auf max. 50mm Korngröße
Sterilisation
bei 3 bar und 133 Grad Celsius über einen Zeitraum von mind. 20 Min. Haltezeit
Trocknung
in Scheibentrocknern
Trennung
von Feststoff (= Mehl) und Fett in Pressen
Fettreinigung
Das Fett wird bis auf einen Restschnutzgehalt von weniger als 0,15% gereinigt.

Mahllagerung in Silos
Fettlagerung in Tanks

 

Verwertung
Fett wird in den eigenen Kesselanlagen zur Dampferzeugung verwendet oder in externen Verbrennungsanlagen thermisch genutzt.
Mehl wird in externen Verbrennungsanlagen zur Energiegewinnung verwertet.

 

Produkte
Die aus der verarbeiteten Rohware der Kategorie 1 entstehenden Produkte Tiermehl und Tierfett können seit 01.12.2011 nicht nur als Abfall, sondern auch als Ersatzbrennstoffe in der Verbrennung eingesetzt werden.

Das Tierfett der Kategorie 1 wird auch zur Erzeugung von Biodiesel verwendet.

Blut der Kategorie 3 wird in einer eigenen, getrennten Anlage zu Blutmehl verarbeitet. Dieses Blutmehl der Kategorie 3 wird auch zur Fütterung von Pelztieren eingesetzt.

 

Umweltschutz
Beim Betrieb einer Tierkörperverwertung sind die Emissionen in die Luft und in Gewässer von besonderer Bedeutung.

Emissionen in die Luft:

  • Die Kesselanlage die den für die Produktion notwendigen Sattdampf liefert ist mit einem Elektrofilter, welcher den Staub im Verbrennungsabgas zurückhält, ausgestattet. Eine kontinuierlich messende Rauchgasüberwachung stellt die Einhaltung der Grenzwerte für Staub, TOC und CO sicher. Die am höchsten geruchsbelastete Abluft wird in der Kesselanlage als Verbrennungsluft eingesetzt wobei die Geruchsstoffe oxydiert und damit geruchsfrei gemacht werden.
  • In zwei Biofilteranlage mit einer Luftleistung von insgesamt 310.000 m³/h wird die Abluft aus den Betriebsgebäuden geruchsfrei gemacht.

Circa 10 Anrainer unterstützen uns, indem sie wahrgenommene Geruchsbelastungen in eine normierte Liste eintragen und uns diese monatlich übermitteln und uns damit bei der Erkennung von Störungen und Fehlverhalten helfen.

Emissionen in Gewässer:

  • Kühlwasser aus dem eigenen Brunnen wird über Wärmetauscher geführt und gelangt somit mit Sicherheit ohne jegliche Verschmutzung in den Vorfluter.
  • Das Abwasser wird nach Vorreinigung in der betriebseigenen Kläranlage in den Kanal des Abwasserverbandes Ager-West eingeleitet, wobei 95 % der Schmutzfracht schon in der eigenen Kläranlage abgebaut werden.



Entwicklung der Rohwarenmenge in der TKV-Regau:

  • 1946: 65 t
  • 1963: 5.000 t
  • 1973: 20.000 t
  • 1990: 64.000 t
  • 1993: 80.000 t
  • 2005: 85.000 t
  • 2011: 108.000 t

 
Investitionen in der TKV seit der Übernahme der AVE im Jahr 2005 am Standort Regau:

  • laufende Fuhrparkerneuerung/-erweiterung
  • Ausbau der Kläranlage
  • Bau einer Umladestation
  • Aufbau einer eigenen Blutlinie der Kategorie 3
  • Elektrosanierung und Umstellung auf ein Leitsystem

 

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