"Wasserkraft ist Klimaschutz"
Im Interview

Leo Windtner
Generaldirektor
Energie AG Oberösterreich
Die Anforderungen an die E-Wirtschaft sind vielfältig: Kampf gegen den Klimawandel, Umweltschutz und Sicherheit der Energieversorgung - ist das alles gemeinsam möglich?
Leo Windtner: Die verordneten Klimaziele der EU sind für Österreich mit Sicherheit überzogen und nicht realisitsch. Der Anteil erneuerbarer Energie kann und wird gesteigert werden, das Ausmaß, wie sich das die Politik und die EU wünschen, wird ohne massiven Ausbau der Wasserkraftkapazitäten aber nicht zu schaffen sein.
Fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung sind mittlerweile ja verpöhnt, ganz zu schweigen von Atomstrom. Kann man diese beiden Energieformen ersetzen?
Leo Windtner: Einen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und aus der Atomkraft ist für Europa kurzfristig eine Illusion. Wir stehen zum flexiblen Energiemix aus Wasserkraft, erneuerbaren Energiequellen und Wärmekraft. Wer heute Ja zum Klimaschutz sagt, muss Ja zur Wasserkraft sagen! Die Wasserkraft sichert unsere Versorgungssicherheit, unsere Wirtschaft und unsere Lebensqualität.
Wie schaut aus Ihrer Sicht die Energieversorgung der Zukunft aus?
Leo Windtner: Trotz aller Effizienzprogramme und Vorgaben wird es in Zukunft ohne neue Kraftwerke nicht gehen. Da Österreich seit Jahren Strom importieren muss, planen die österreichischen Energieversorgern neue Kraftwerke um 8 Milliarden Euro, um die Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Absolute Priorität muss dabei wie erwähnt der Ausbau der umweltfreundlichen und klimaschonenden Wasserkraft haben. Wir brauchen aber auch neue Wärmekraftwerke mit den Energieträgern Biomasse, Gas und Kohle, um die Versorgung entsprechend absichern zu können.
