18.08.2007: Erfolgreiche Wachstumsstrategie: Wasser-Sparte durchstößt 1 Million-Einwohner-Marke

Eine Million Einwohner in Österreich, Tschechien, Ungarn und Slowenien versorgt die Energie AG-Wassersparte mit Trinkwasser. Von rund 750.000 Einwohnern wird das Abwasser gereinigt. Das Erfolgsrezept sind grenzüberschreitendes Know-how und unkonventionelle Problemlösungen.

Vor neun Jahren ist die Energie AG Oberösterreich als Newcomer in den Wasser- und Abwassermarkt eingestiegen. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich diese wichtige Zukunftssparte des Konzerns zum führenden integrierten Wasser- und Abwasserdienstleister Österreichs entwickelt. 2009 beliefert die Unternehmensgruppe mit fast 1.500 Mitarbeitern 1 Mio. Einwohner und entsorgt bzw. reinigt das Abwasser von rund 750.000 Menschen in Österreich, Tschechien, Ungarn und Slowenien. In Oberösterreich werden 170.000 Einwohner in rund 40 Städten und Gemeinden mit Trinkwasser versorgt.

Rasanter Wachstumskurs seit dem Einstieg in den Wassermarkt 2001

Neben der österreichischen WDL und Start-up Unternehmen in Ungarn und Slowenien findet das Kerngeschäft in Tschechien statt. Dort ist die Energie AG Wasser neben den internationalen Branchenriesen Veolia und Ondeo/Suez die Nummer 3 am Markt der privaten Betreiber.

Das Wachstum wurde durch die Beteiligung an bestehenden integrierten Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen generiert. Das sechste und bisher letzte Unternehmen, das die Energie AG Wasser im Juli 2009 mehrheitlich übernommen hat, die VHOS a.s. befindet sich in Mähren in der Region Moravske Trebova rund 180 km nördlich von Wien. Die VHOS a.s., an der die Energie AG 87,7% hält, versorgt rund 75.000 Einwohner mit Trinkwasser und entsorgt bzw. reinigt das Abwasser von rund 40.000 Einwohnern. Die sechs Beteiligungen der Energie AG Wasser versorgen jeweils ganze Regionen in West-, Mittelböhmen, Mähren und decken den gesamten südböhmischen Kreis ab. Gerade am Beispiel Südböhmen lassen sich die Unterschiede zur österreichischen Wasserwirtschaft gut zeigen.

Die Geologie Südböhmens fordert unkonventionelle Lösungen zur Wasserversorgung

Aufgrund der geologischen Situation Südböhmens mit dem Granitgebirge der Böhmischen Masse ist die Versorgung mit Grundwasser nur in Ausnahmefällen möglich. Aus diesem Grund muss das Wasser aus Flüssen verwendet und aufbereitet werden. Das Paradebeispiel ist das südböhmische Wasserversorgungssystem JVS. Das Wasser wird aus der Talsperre Rimov am Fluß Malse über eine 7,5 km lange Leitung mit einem Durchmesser von 1400 mm zur Aufbereitungsanlage Plav transportiert. Vorher treibt es allerdings eine Trinkwasserturbine mit einer Leistung von 600 KW an. Im Wasserwerk Plav wird aus dem so genannten Rohwasser im Lauf von vier Verfahrensschritten bestes Trinkwasser, das auch die hohen EU-Trinkwasserstandards erfüllt.

Das nunmehr zum Trinkwasser veredelte Lebensmittel wird dann in das 470 Km lange überregionale südböhmische Wasser-Verteilnetz eingespeist und an 540.000 Kunden in Städten wie Budweis, Krumau und Tabor geliefert.

PPP in der tschechischen Wasserwirtschaft

Die Auslagerung der kommunal geprägten Wasserwirtschaft, in Österreich oft heftig umstritten, ist in Tschechien allgemein geübte Praxis. Das bedeutet aber nicht, dass dabei die Infrastruktur verkauft wird. Wasser, Brunnen, Wasseraufbereitungen, Netze und Kläranlagen bleiben im Eigentum der Städte und Gemeinden. Diese vermieten die Anlagen an private Betreiber, die sich dann effizient um den Betrieb und den Werterhalt der Anlagen kümmern. Dass dies nicht auf Kosten der Qualität geht, belegen die ISO-Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitszertifizierungen der Wassersparte der Energie AG Oberösterreich.

Wasserprofis in Österreich und Tschechien - zwei Länder, eine Philosophie

Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung der Unternehmen ist es, die auf den ersten Blick unterschiedlichen (Unternehmens-)Kulturen in den beiden Ländern zu verbinden. Dazu Christian Hasenleithner, Chef der Energie AG Wasser "Wenn es gelingt die Sprachbarriere zu überwinden, sieht man sehr rasch, dass sich die Menschen die in der Wasserbranche arbeiten sehr ähnlich sind. Sie arbeiten meist ihr ganzen Leben in "ihrem" Betrieb, stehen dabei rund um die Uhr zur Verfügung, kennen "ihre" Anlage in- und auswendig und sind Praktiker die wissen wie sie Probleme rasch und effizient lösen können. Natürlich war und ist es eine Herausforderung neue Unternehmen in die Gruppe zu integrieren. Durch E-Learning Sprachkurse und gemeinsame Fachschulungen, die länderübergreifend stattfinden, gelingt es uns aber immer besser den Know how Transfer von Österreich nach Tschechien und umgekehrt sicherzustellen. Heute sehen wir bereits, dass wir davon als Unternehmensgruppe auch am Heimmarkt und auf anderen Märkten wie Slowenien und Ungarn profitieren."

 

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