14.12.2009: Marder legte Umspannwerk lahm - 20.000 Kunden saßen im Dunklen
Weil er die Isolierung an einem 30.000 Volt-Transformator im Umspannwerk Lengau anknabberte, fiel bei rund 20.000 Kundenanschlüssen der Strom für mehrere Minuten aus. Der Marder bezahlte seine Tat mit dem Leben.
Nur kurz dauerte das Rätselraten über die Ursache eines Stromausfalles im Umspannwerk Lengau. Bei einem Kontrollgang wurde ein toter Marder entdeckt, der beim Anknabbern einer 30.000 Volt-Leitung im Bereich des Transformators der Hochspannung erlegen ist. Der Marder hatte noch einen Brocken der Schaumstoffisolierung im Maul.
Seine Beißlust hatte im Innviertel einen mehrere Minuten langen Stromausfall ausgelöst, von dem rund 20.000 Kundenanschlüsse betroffen waren. Mittels Fernsteuerung konnte die Stromversorgung rasch wieder hergestellt werden. Wie das Raubtier ins geschlossene Gebäude des Umspannwerkes eindringen konnte, wird derzeit untersucht. Tatsache ist, daß Marder selbst durch kleinste Spalten, etwa durch gekippte Lüftungsfenster, durchschlüpfen können. Eventuelle Schlupflöcher am Gebäude werden nun mardersicher gemacht.
Steinmarder sind als Kulturfolger überaus erfolgreich und in Siedlungsräumen häufig anzutreffen. Als Raubwild werden die Tiere von der Jägerschaft zwar bejagt, die Bestände sind jedoch in den letzten Jahren stark angestiegen.
Nach Infokampagne keine Schäden durch Schrotschüsse am Leitungsnetz mehr
Zu den oberösterreichischen Jägern pflegt die Energie AG ein enges Verhältnis. Das rund 29.000 Kilometer lange Netz bietet mit seinen Leitungstrassen einen wichtigen Lebensraum für das Wild. Besonders bei den traditionellen und im ganzen Land abgehaltenen Herbst-Treibjagden auf Hasen und Fasane sind durch verirrte Schrotkugeln immer wieder Stromleitungen beschädigt worden. Mit regelmäßigen Informationen über den Landesjagdverband konnten diese Schäden im heurigen Jahr auf Null reduziert werden. "Das ist vor allem deswegen so wichtig, weil gemeinsam mit den Stromleitungen auch das oberösterreichische Glasfasernetz geführt wird. Schäden an den empfindlichen Glasfaserleitungen sind nur mit großem technischem und finanziellen Aufwand zu reparieren und führen zu massiven Verlusten bei der Datenübertragung", erklärt Technikvorstand Werner Steinecker.
Michael Frostel
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