03.03.2010: "ich bin e-mobil" - E-Mobilitätsoffensive für Oberösterreich

Ein Netz von Stromtankstellen, Millioneninvestitionen in ein intelligentes Stromnetz und attraktive Unterstützung für den Ankauf von Elektrofahrzeugen machen Oberösterreich zum Vorzeigeland in Sachen Elektromobilität. Darüber hinaus wird E-Mobilität für alle Interessierten selbst erlebbar. 

Generaldirektor Leo Windtner: "Elektromobilität hat in der Energie AG eine mehr als 110-jährige Geschichte und wird ein wesentlicher Schwerpunkt im Jahr 2010!"

Elektromobilität ist seit Bestehen der Energie AG ein bestimmendes Thema für den führenden Infrastrukturkonzern Oberösterreichs. Das zweite Kraftwerk der Energie AG, das 1894 in Betrieb gegangene Dampfkraftwerk Gmunden, hatte den einzigen Zweck, Energie für den Betrieb der städtischen Lokalbahn zu erzeugen. In den Folgejahren wurden im ganzen Bundesland ständig neue Kraftwerke errichtet, deren Energie auch für die elektrische Fortbewegung genutzt wurde.

E-Mobilität ist keineswegs neu - lediglich die Dimension der Wahrnehmung hat sich mehr als 110 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten E-Mobilitäts-Kraftwerkes vor allem durch das öffentliche Interesse rund um Elektroautos drastisch geändert.

Dabei ist E-Mobilität seit Jahrzehnten unser alltäglicher Begleiter geworden: Strom ist heute die treibende Kraft der Eisenbahn, von Straßenbahnen und O-Bussen, von Skiliften und Gondelbahnen, von Rolltreppen und Personenliften bis hin zu Arbeitsgeräten wie Hubstaplern und Hebegeräten sowie im Individualverkehr in Form von Rollern, Scootern, Mopeds, Fahrrädern und Autos.

Energie AG macht Oberösterreich fit für Elektromobilität

" Wer in Oberösterreich über Elektromobilität spricht, spricht über die Leistungen der Energie AG", sagt Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner, "wir haben Oberösterreich fit für den flächendeckenden Einsatz von Elektromobilität gemacht." Fakt ist, dass alle Kunden der Energie AG ab sofort jede Form von E-Mobilität nutzen können. Dies schließt auch die Nutzung von elektromobilen Individualverkehr ein.

Windtner: "Elektromobilität braucht klare Rahmenbedingungen und Unterstützung"

Eine der Grundvoraussetzung für Elektromobilität ist das Funktionieren der Infrastruktur, wofür von der Energie AG jährlich mehr als 60 Millionen Euro in das Stromnetz investiert werden. Elektromobilität erfordert die Modernisierung, Optimierung und mit neuen Leitungen die bestmögliche Versorgungssicherheit in Oberösterreich. Mit dem gerade laufenden Umbau zum intelligenten Stromnetz schafft die Energie AG die Voraussetzung, Elektromobilität zusätzlich zu attraktiveren: Im intelligenten Stromnetz können über die neuen, volldigitalen Stromzähler individuelle Strom-Tarifmodelle angeboten werden.

Windtners Forderung an den für die Stromnetze zuständigen Regulator:

  • "Er muss klar Stellung beziehen, ob ihm nur der Strompreis ein Anliegen ist oder ob er den Umbau der Netze für Elektromobilität ermöglicht."
  • "Der Regulator muss die Mehrkosten, die für Elektromobilität an der Infrastruktur anfallen anerkennen und abgelten:"

E-Mobilität ist gelebter Klimaschutz

95 Prozent der Strecken, die die Oberösterreicher pro Tag zurückgelegen, sind kürzer als 50 Kilometer. Für diese Kurzdistanzen z.B. im Stadt- und Nahverkehr eignen sich Elektrofahrzeuge ganz besonders. Neben niedrigeren Betriebskosten bieten die Fahrzeuge mit Elektroantrieb zahlreiche weitere Vorteile wie die hohe Energieeffizienz und das Nutzen einer emissionslosen Energiequelle - "Elektromobilität ist gelebter Klimaschutz", sagt Windtner.

Ein weiterer Erfolgsfaktor für den Durchbruch von Elektromobilität wird aber auch der Preis sein. Der Generaldirektor der Energie AG fordert deshalb auch die Unterstützung durch die Politik:

  • "Elektromobilität darf durch neue Steuern nicht künstlich verteuert werden."
  • "Wie bei den erdgasbetriebenen Fahrzeugen wird es - wenn man es ernst meint - auch zusätzliche Förderungen für den Umstieg gegeben müssen."

Elektromobilität glänzt mit vielen positiven Umweltaspekten

Speziell die CO2-Diskussion hat, weil der Verkehr als einer der größten CO2-Emittenten gilt, Elektromobilität für den Individualverkehr und explizit das Elektroauto in den letzten Jahren wieder verstärkt ins Gespräch gebracht. Die Vorteile liegen auf der Hand:
  • Elektroautos haben einen deutlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche PKWs und dadurch bei praktisch jedem Erzeugungsmix eine bessere CO2-Bilanz.
  • Durch die Nutzung der Endenergieform Strom wird jede Primärenergieform, nicht nur Erdöl, als Treibstoff nutzbar. Der Ausbau von Elektromobilität im Individualverkehr ist daher sinnvollerweise mit dem Ausbau von erneuerbaren Energieformen verbunden. Die Verteilung des Treibstoffes ist weitgehend über die bestehende Netzinfrastruktur machbar.
  • Da sich alle erneuerbaren Energieformen zur Stromgewinnung eignen, ist es möglich, den gesamten Individualverkehr umzustellen - ohne, wie etwa bei Biotreibstoffen, in Konkurrenz zur Lebensmittelindustrie zu treten.
  • Es entstehen keinerlei lokale Emissionen, was vor allem für den innerstädtischen Bereich von großer Bedeutung ist (Feinstaub, Stickoxide, Lärm …).

Stand der Technik

Elektromobilität kommt heute bereits in vielen Bereichen des Alltags - meist völlig unbemerkt - zum Einsatz. Der Elektromotor ist bereits vielerorts im Einsatz.

  • Zweiräder: E-Bikes, E-Scooter
  • Freizeit: Motorräder (Motocross); Elektroboote
  • Nutzfahrzeuge: Zustelldienste, Kommunalfahrzeuge
  • PKW: Zweit-/Drittwagen im urbaner Bereich , Pendlerfahrzeug
  • Zukunft: Langstrecken durch Schnellladung, Akkutausch
Entscheidend für die momentane Entwicklung waren die Fortschritte in der Batterietechnologie in den letzten Jahren. Besonders die Lithium-Ionen-Technologie scheint hier sehr vielversprechend.
  • Eine Reichweite von 150 km ist für die meisten Anwendungsfälle ausreichend, da über 90% der Fahrten kürzer als 50 km sind.
  • Kostentreiber der Technologie sind nicht die Antriebssysteme, sondern die Systeme zur Energiespeicherung. Hier besteht in Zukunft das größte Forschungs- und Entwicklungs- sowie Kostensenkungspotential.

Größte Herausforderung für die Infrastruktur: Ladestationen

  • Der Ausbau vom reinen Verteilnetz hin zum intelligenten Stromnetz (Smart Grid) mit Smart Metering (mit intelligenten Stromzählern) ist für die Verbreitung von Elektromobilität Voraussetzung.
  • Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen der gesetzliche Rahmen für Normung der Technologie (z.B. Stecker, Informations- und Kommunikationstechnologie) sowie Regelungen zur Abgabe und Abrechnung des an öffentlichen Ladestationen abgegebenen Stroms.
  • Für eine österreichweite Einführung sind ca. 16.200 Ladestationen notwendig wären. Dafür müssten voraussichtlich 650 Mio. Euro investiert werden. Setzt man den Ausbauschwerpunkt auf Städte wären ca. 2.800 Ladestationen notwendig, wofür ca. 111 Mio. Euro für die Ladestationen inkl. Netzanschluss investiert werden. Bei normalem Strompreis kann sich die Investition in die notwendige Infrastruktur (Ladestationen) nicht rechnen!

E-Mobilität wird 2010 für jedermann erlebbar

Um das allgegenwärtige Thema Elektromobilität für die Oberösterreicher selbst erlebbar zu machen, sind heuer gleich mehrere Aktionen geplant:
  • Auftakt zum Erlebnis E-Mobilität ist bei der Energiesparmesse in Wels, wo unter allen Messebesuchern am Stand der Energie AG ein Elektrofahrrad verlost wird.
  • Das größte E-Mobilitäts-Projekt findet bei der Landesausstellung 2010 in Grieskirchen statt: Für alle Ausstellungsbesucher, die Elektromobilität selbst erleben wollen, werden Elektrofahrräder und Elektroroller im Verleihservice zur Verfügung stehen. Im Frühjahr fällt in Steyr, der drittgrößten Stadt Oberösterreichs, der Startschuss für die E-Mobilitäts-Zukunft: An Stromtankstellen können Elektrofahrräder ausgeliehen werden, mit denen die Stadt e-mobil erfahren werden kann.
  • Im wahrsten Sinn des Wortes "Elektromobilität selbst erfahren" können auch alle Teilnehmer des Radwandertages "Rad total im Donautal" im Mai: Auch hier wird die Energie AG entlang der Radstrecke Verleihstationen für Elektrofahrräder einrichten, an denen die Räder zum Testen kostenlos entliehen werden können.
  • Beim Radmarathon in Grieskirchen, der heuer zum 6. Mal stattfinden wird, wird es erstmals eine Wertung für Elektrofahrräder geben, bei der Elektromobilität erstmals auch im sportlichen Wettkampf erlebt werden kann.

Michael Frostel

Pressesprecher
Leiter Konzernkommunikation

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