Über 100 Jahre Energieversorgung
1892 schlug mit dem Bau der ersten Dampfzentrale in St. Wolfgang die Geburtsstunde der öffentlichen Stromversorgung in Oberösterreich. Jene Gesellschaften, die in der Folge zur OKA und später zur Energie AG Oberösterreich wurden, sind seit mehr als 116 Jahren mit dem Bekenntnis zur sicheren Stromversorgung die Basis für die erfolgreiche Entwicklung von Oberösterreich.
Ein Land von Energiepionieren
Oberösterreich hat nicht zu Unrecht den Ruf, ein Land von Energiepionieren zu sein. Nach der Unternehmensgründung 1892 werden Jahr für Jahr neue Kraftwerksprojekte in Angriff genommen, um das steigende Bedürfnis an elektrischer Energie befriedigen zu können. Vor allem im Salz-kammergut wird der Ausbau der Wasserkraft voran getrieben. Neue Kraftwerke verlangen nach Leitungen, mit denen die elektrische Energie zu den Abnehmern transportiert wird. Leitungstrassen, die vor rund 100 Jahren errichtet wurden, sind teilweise auch heute noch in Verwendung und stellen die großräumige Versorgung mit elektrischer Energie sicher.
Strom aus Oberösterreich für die Hauptstadt Wien
1924 setzt die Energie AG mit der Errichtung des Kraftwerkes Partenstein einen neuerlichen Meilenstein in der öffentlichen Stromversorgung. Das Speicherkraftwerk im Mühlviertel ist das leistungsstärkste Kraftwerk seiner Zeit - die erste Großwasserkraftanlage Österreichs liefert so viel Energie, dass diese über eine eigens dafür errichtete Leitung in die Hauptstadt Wien transportiert werden kann. Die erste 110kV-Hochspannungsleitung Österreichs führt von Partenstein nach Linz/Wegscheid und Steyr in Richtung Osten.
Ein Jahr später geht das Kohlekraftwerk Timelkam in Betrieb.
Es ist nach dem Kraftwerk Frankenburg das zweite kalorische
Kraftwerk, das durch Verbrennung von Braunkohle aus dem
Hausruck elektrische Energie erzeugt. Mit einer für die
damalige Zeit gewaltigen Leistung von sechs Megawatt wird das
neue Kraftwerk Teil des nationalen Stromverbundes. Mit dieser
Anlage wird der Grundstein für einen der wichtigsten
Erzeugungsstandorte in Österreich gelegt, der auch heute nichts
an seiner Bedeutung eingebüßt hat.
Elektrizität als Basis für den erfolgreichen Wiederaufbau
Nach dem zweiten Weltkrieg kommt es im zweiten Verstaatlichungsgesetz von 1947 erneut zu einer völligen Neuordnung der Elektrizitätsversorgung Österreichs - die Vorgängerunternehmen werden zur "Oberösterreichischen Kraftwerke AG" (OKA). Mit vereinten Kräften werden unter neuem Namen in den folgenden Jahrzehnten der Ausbau von Erzeugungskapazitäten, die Ausweitung des Versorgungsgebietes und vor allem die Modernisierung des Betriebes in Angriff genommen.
Gerade für den Wiederaufbau sind erhebliche Investitionen notwendig, die sich in den kommenden Jahren als Basis der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes erweisen werden. Binnen weniger Jahre wird das Kraftwerk in Timelkam auf 122 MW Leistung ausgebaut, mit dem thermischen Kraftwerksstandort Riedersbach ein weiteres Standbein der Stromerzeugung in Oberösterreich errichtet und gleichzeitig das Versorgungsgebiet weiter ausgedehnt. An der Traun und im Bundesland Salzburg wird der Ausbau der Wasserkraft massiv vorangetrieben.
Engagiert bei neuen Technologien
Mit dem Bekenntnis zur nachhaltigen und effizienten Energieerzeugung errichtet die Energie AG bereits 1989 das Sonnenkraftwerk am Loser, das größte Sonnenkraftwerk in den Alpen. Das Biomassekraftwerk in Timelkam (2006) ist bei seiner Eröffnung das größte Kraftwerk seiner Art Österreichs.
Seit November 2008 steht das modernste Gas-und-Dampf-Kraftwerk der Welt mit einer Leistung von 400 MW für die Stromproduktion zur Verfügung. Auch dieses neue Kraftwerk setzt neue Maßstäbe im Bereich Energieeffizienz.
Wichtigkeit von Energieeffizienz früh erkannt
Die Energie AG hat bereits früh erkannt, dass der sinnvolle Energieeinsatz ein wesentliches Thema der Zukunft sein wird. Mitte der 70er Jahre wird mit der Abwärmenutzung in den thermischen Kraftwerken begonnen. In den 80-er Jahren wird die Informations- und Beratungsstätigkeit massiv ausgebaut. Energie-Effizenz, Energieberatung und neue Energietechniken prägen das Unternehmensgeschehen. Die Verbreitung der Wärmepumpentechnologie wird vorangetrieben und im "Haus der Zukunft" in Schmiding (Krenglbach) wird Bauen und Wohnen mit der Sonne erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Der Gedanke wird in der "Erlebniswelt Energie" in Timelkam weitergeführt.
Was bei der effizienten Anwendung von Energie heute schon möglich ist, zeigt die neue Konzernzentrale: Der Energie AG Power Tower ist das erste Bürohochhaus der Welt, das mit Passivhauscharakter errichtet wird und ohne Fernwärmeanschluss und fossile Energieträger für Heizen und Kühlen auskommt.
Neue Geschäftsfelder erfolgreich erschlossen
1989 steigt die Energie AG mit der Beteiligung an der Welser Abfallverwertung in den Entsorgungsmarkt ein, weitere Schritte in den Wassermarkt folgen. Binnen weniger Jahre gelingt es der Energie AG, am Markt Fuß zu fassen und Marktführer oder erster Herausforderer zu werden. Heute versorgt die Energie AG mehr als eine Million Menschen mit elektrischer Energie, eine weitere Million im In- und Ausland mit sauberem Trinkwasser und erbringt Entsorgungsdienstleistungen für sechs Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa.
Die Marktgebiete des Gesamtkonzerns liegen heute in Österreich, Süddeutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, der Ukraine und Moldawien.


