11.04.2010 Notfallübung 30-kV-Kabelstörungsbehebung im exponierten Gelände


Notfallübung 30-kV-Kabelstörungsbehebung im exponierten Gelände

Durch die gezielte Verkabelung von durch Wald führenden Freileitungen tritt vermehrt die Situation auf, dass Kabelverlegungen in extremen Geländen vorzunehmen sind. Dabei stellt sich die Frage ob Störungsbehebungen jederzeit und in einem vertretbaren Zeitraum durchführbar sind, ganz besonders dann, wenn maschinelle Hilfsmittel wie Bagger nicht eingesetzt werden können.

Aus diesem Grund wurde ein Praxistest durchgeführt: am Abend des Sonntag, 11.4.2010 wurde am Feuerkogel eine 30-kV-Kabelstörung zwischen zwei Trafostationen gemeldet. Der Erreichbarkeitsdienst wurde von der Leitstelle Gmunden über die Störung informiert und organisierte das für die Störungsbearbeitung erforderliche Team: noch am selben Abend wurden die zur Fehlerstellenortung und Störungsbearbeitung erforderlichen Mitarbeiter der Energie AG und der Feuerkogelseilbahn verständigt.

Am Montag, 12.4.2010 wurden die Mitarbeiter in aller Früh mit der Seilbahn zum Störungsort transportiert. Der - simulierte - Kabelfehlerort wurde durch verschiedene Messungen ermittelt und über ein GPS-System im Gelände eingemessen. Da es dabei zu Abweichungen von einigen Metern kommen kann, wurden für die Kabelreparatur zwei Muffengruben in einer Entfernung von jeweils 10 m zum ermittelten Fehlerort gegraben. Diese Grabungen mussten händisch durchgeführt werden und haben ca 5 Stunden in Anspruch genommen.

Durch die zum Übungszeitpunkt vorherrschenden Schnee- und Witterungsverhältnisse (Schneehöhe zwischen 40 cm bis 90 cm) konnte die Störungsbehebung ohne größere Probleme durchgeführt werden. Es hat sich aber gezeigt, dass bei größeren Schneemengen im steilen Gelände Grabungsarbeiten zu einer Lawinengefährdung führen können. In derartigen Situationen müsste dann ein längeres Kabelstück getauscht werden, damit die Muffengruben in geschütztere Bereiche des Hanges verlegt werden können.

Nach etwas mehr als 12 anstrengenden Stunden wurde die Kabelprüfung abgeschlossen. Das Team der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH und der Energie AG Oberösterreich Tech Services GmbH hat mit dem Praxistest bewiesen, dass eine Kabelstörung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen behebbar ist, dass es aber 1 bis 2 Tage dauern kann, bis ein Kabel wieder einsatzbereit ist.

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