Kontrollierte Wohnraumlüftung
Unsere Behaglichkeit hängt von verschiedensten Faktoren ab:
unserer Aktivität und Bekleidung, der Raumtemperatur, der
Temperatur der Umgebungswände, der Luftqualität etc.
Lüften müssen wir, um Feuchtigkeit, Wärme, CO2 und
störende Gerüche abzutransportieren. Gleichzeitig sollen
Verunreinigungen wie Staub, Pollen oder Ruß nicht in die
Wohnräume eindringen.
Ein ruhender Mensch benötigt bei Aufenthalt in einem
geschlossenen Raum rund 30 Kubikmeter Frischluft pro Stunde.
Lange Zeit war gezieltes Lüften kaum ein Thema. Undichte
Fenster und Türen ließen meist mehr Frischluft nachströmen, als
benötigt wurde. Heute müssen wir gezielt Frischluft in die
Innenräume transportieren - entweder durch händisches Lüften
(im Idealfall durch Stoßlüften über Fenster) oder durch
intelligente Lüftungsanlagen.
- Geringe Beeinflussung des Wohnklimas durch Umwelteinflüsse (Wind, Temperatur...)
- Vermeidung von Lärmbelästigung im Innenraum durch geschlossene Fenster
- Gezielter, regulierbarer Luftwechsel
- Belastungen durch Staub und Pollen werden durch Filteranlagen deutlich verringert
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit wird vermieden
- Frischluftzufuhr kann genau bemessen werden
- Keine Belästigung durch Insekten
- Keine Zuglufterscheinung
- Beim "normalen" Lüften wird die in der Fortluft
enthaltene Energie nicht genutzt. Immerhin sind das 30-40
Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Neubau!
Als Grundsatz gilt immer: Es gibt keine Abluft ohne Zuluft und auch keine Zuluft ohne Abluft.
Dies ist die Basis für die Lüftungsanlagen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dezentralen und zentralen Anlagen.
- Dezentrale Anlagen werden pro Raum installiert und können auch in bereits bestehende Gebäude integriert werden (Nachrüstung).
- Zentrale Systeme müssen bereits in der Planungsphase des Hauses berücksichtigt werden. Um die notwendigen Voraussetzungen kümmert sich der zuständige Haustechniker.
Beide Arten von Lüftungsanlagen können zusätzlich mit Wärmerückgewinnungsanlagen ausgestattet werden. Nutzt man die in der Abluft vorhandene Wärme, kann man damit die neu einströmende Zuluft auf angenehme Temperatur bringen (vor allem im Winter wichtig) oder sein Warmwasser bereiten.
Arten der Wärmerückgewinnung:
- mit Plattenwärmetauscher
- mit einem Energiebrunnen (ein Rohrsystem, das im
Erdreich verlegt wird und die dort konstante Temperatur zum
Wärmen bzw. Kühlen der angesaugten Luft nützt)
Besonders sinnvoll ist es,
zusätzlich zu einer Lüftungsanlage mit
Wärmerückgewinnung eine
Wärmepumpe zur Raumheizung einzusetzen (z.B. Kombination
von Plattenwärmetauscher und Wärmepumpe).
