Laufkraftwerk Steyrdurchbruch
Wasserkraft: Technik mit Tradition
Mühlen, Schmiedehämmer, Sägewerke - im Steyrtal hat die Nutzung der Wasserkraft eine jahrhundertealte Tradition. Kein Wunder also, dass an der Steyr auch eines der ersten Wasserkraftwerke Österreichs entstanden ist. 1907 bis 1908 baute die Firma Hofmann & Co das Kraftwerk Steyrdurchbruch mit einer 13,6 Meter hohen Wehranlage. Damals wurde der Fluss auch noch zur Holztrift genutzt - man musste daher eine eigene Triftgasse bauen, um die Stämme vom Staubecken ins Unterwasser triften zu können.Ein Museum liefert Strom
Das Kraftwerk Steyrdurchbruch versorgt heute die Gemeinden Molln, Sierning, Kirchdorf und Klaus. Es bietet aber auch einige "Gustostückerl" für technisch Interessierte. Die drei Francisturbinen aus dem Jahr 1908/1925 sind noch heute in Betrieb und die Schalttafel ist ebenso in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben wie die Generatoren mit ihren sichtbar angebrachten Wicklungen des Läufers. Wer wissen will, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert, kann hier spannende Stunden verbringen.Energie aus dem Wasser
Das Wasser für beide Kraftwerksanlagen fließt durch den Oberwasserkanal zu den Feinrechen, in denen das Schwemmgut zum Beispiel Treibholz oder Pflanzenteile aufgefangen und durch eine Rechenreinigungsmaschine entfernt wird. Aus 13,6 Metern Fallhöhe fließt das Wasser auf die Schaufelräder der Turbinen; diese werden dadurch in Bewegung gesetzt und drehen nun die Generatoren, die den Strom erzeugen. Neben dem alten Kraftwerk wurde 1972 eine neue Anlage errichtet, die mit einer Kaplanturbine ausgerüstet ist. Hier wird auch die Abwärme des Generators genutzt. Sie beheizt sowohl Schalträume in der neuen Anlage als auch die Maschinenanlage im alten Gebäude.Technik im Einklang mit der Natur
Der Stausee des Kraftwerks Steyrdurchbruch, rund 1,5 km lang, liegt romantisch in dem engen Flusstal. Am ca. 14 Meter hohen Staudamm gibt es ebenfalls einiges zu sehen: Zum Beispiel die bereits erwähnte Triftgasse über die bis zum Jahr 1949 Holz getriftet wurde.Rohstoff ohne Schadstoffe
Das Kraftwerk Steyrdurchbruch liefert jährlich rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom - in etwa die Menge, die eine Stadt mit 5.000 Einwohnern verbraucht. Das scheint nicht sehr viel zu sein - und macht doch einen großen Unterschied. Um dieselbe Menge Strom zu erzeugen, wären über 100.000 Tonnen schweres Heizöl notwendig, bei dessen Verbrennung zudem Schadstoffe wie CO2 und Schwefeldioxid frei würden. Durch die Nutzung der Wasserkraft werden große Mengen nicht erneuerbarer Rohstoffe eingespart und die Umwelt bleibt sauber.Bild: Generator 3 (Baujahr 1925) mit Hauptschalttafel im Hintergrund (Baujahr 1908)
