Kraftwerk Timelkam Biomasse
Seit dem Kyoto-Protokoll des Jahres 2007 haben die Industrieländer verbindliche Vereinbarungen zur Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen getroffen.Österreich hat sich dabei innerhalb der EU zu einer starken Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet.
Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zur Steigerung des Anteils an erneuerbarer Energie setzte die Energie AG einen weiteren Schritt in Richtung ökologisch nachhaltige Stromerzeugung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der österreichischen Ziele. Am bestehenden Kraftwerksstandort Timelkam herrschen für den Betrieb eines Biomassekraftwerkes mit Kraft-Wärme-Kopplung ideale Voraussetzungen.
Die Lage im Zentrum der holzverarbeitenden Industrie und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur am Standort ergibt verbunden mit der hohen jahresdurchgängigen Auslastung, ideale Voraussetzungen.
Das Technische Konzept umfasst ein Biomasse-Heizkraftwerk mit stationärem Wirbelschichtkessel und Nutzung einer bestehenden Dampfturbine. Durch den ganzjährigen Einsatz von CO2-neutralen Biomassebrennstoffen werden aus dem Biomassekraftwerk jährlich ca. 95 GWh elektrische Energie in das Stromnetz eingespeist und etwa 88 GWh thermische Energie in Form von Fernwärme an das bestehende Fernwärmenetz abgegeben.
Rund 26.000 oberösterreichische Haushalte können damit jährlich mit sauberem Ökostrom versorgt und der Wärmebedarf von ca. 5.800 Haushalten mit CO2-neutraler Fernwärme gedeckt werden.
Als Brennstoff werden heimisches Holz und Holzreststoffe aus der Land- und Forstwirtschaft sowie industrielle Holznebenprodukte (Rinde, Sägespäne, Schleifstaub,...) und Altholz (Dachstuhlholz, Kisten, Paletten,..) eingesetzt.
Der über die Grundlastversorgung aus dem Biomassekraftwerk hinausgehende Fernwärmebedarf wird vom im Herbst 2008 in Betrieb genommenen GuD-Kraftwerk übernommen.
Der Betrieb des Biomassekraftwerkes und die ergänzende Fernwärmebereitstellung aus dem neuen GuD-Kraftwerkes bedeuten eine technische und ökologische Optimierung der Fernwärmeversorgung im Großraum Timelkam - Vöcklabruck - Regau.
Die Vorteile für die Region aus der thermischen Nutzung von Biomassebrennstoff lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Verwendung eines heimischen, erneuerbaren Brennstoffes aus der Region
- Regionale Wertschöpfung
- Stärkung der Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit der Energieerzeugung für die Bevölkerung Oberösterreichs
- Schaffung von Arbeitsplätzen durch Brennstoffbereitstellung der Lieferanten
| Technische Daten der Anlage | |
| Brennstoffwärmeleistung | ca.50 MWth |
| Erzeugte Dampfmenge | 56 t/h |
| Frischdampftemperatur | 440 °C |
| Frischdampfdruck | 42 bar |
| Elektrische Leistung | max. 15 MWel |
| Fernwärmeleistung | max. 15 MWth |
| Stromerzeugung (netto) | ca. 95 GWh/Jahr |
| Fernwärmeerzeugung | ca. 88 GWh/Jahr |
| Jährliche Brennstoffmenge | ca. 115.000 t/Jahr (Basis: Wassergehalt 30%) |
| Einsatzdauer | ca. 8.000 h/Jahr |
