14.07.2006 Power Tower setzt neue Energie-Maßstäbe
Energie für neue Energie AG-Konzernzentrale kommt aus Sonne, Erde und Wasser
Mit dem im Bau befindlichen Power Tower, der neuen Konzernzentrale in Linz, läutet die Energie AG Oberösterreich ein neues Zeitalter in Sachen Energieeffizienz von Büro-Großbauten ein. Der Power Tower wird das weltweit erste Bürohochhaus sein, das mit Passivhauscharakter errichtet wird. Die neue Konzernzentrale wird ohne Fernwärmeanschluss auskommen und auf den Einsatz von fossilen Energieträgern für Heizung und Kühlung verzichten können. Energie wird aus der Erde und dem Grundwasser gewonnen bzw. mit einem 700 m2 großen Sonnenkraftwerk an der Fassade erzeugt. Damit setzt die Energie AG einen bisher beispiellosen Meilenstein bei der Umsetzung ihrer Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsphilosophie. Dies bestätigt auch Umwelt-Landesrat Rudi Anschober.
Der Power Tower der Energie AG wird nicht nur ein wichtiger städtebaulicher Akzent im boomenden Linzer Bahnhofsviertel und eine moderne Zentrale für den stark expandierenden Gesamtkonzern sein, sondern auch ein einzigartiges Pilotprojekt für die konsequente Umsetzung von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Weltweit erstmals in einem Bürohochhaus dieser Größe kommt fast der gesamte Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern. Das integrierte Energiekonzept für den Power Tower besteht aus drei Teilen:
Gebäudehülle
Die multifunktionale Fassadenkonstruktion besteht zu 60% aus Glas und zu 40% aus hochisolierenden Materialien. Dadurch können ein niedriger Heizwärmebedarf (Wärmedämmwert Uges < 0,8 W/m²), niedriger Kühlbedarf durch eine Reduktion des solaren Wärmeeintrages um 90 % (das Gebäude kommt ohne Power-Klimaanlage aus) und die optimale Durchlässigkeit für Tageslicht und damit reduzierter Kunstlichteinsatz (geringerer Strombedarf, geringere Wärmeentwicklung durch Beleuchtungskörper) gewährleistet werden. Die Fassade ist eine dreilagige Konstruktion, in die ein völlig neuartiges Sonnenschutzsystem integriert ist. Spezielle Jalousien lassen auch bei maximaler Sonnenschutzwirkung Tageslicht ins Innere der Räume und ermöglichen den Blick nach draußen.
Haustechnik
Obwohl die Haustechnik im Power Tower ein gesundes und angenehmes Raumklima schaffen wird, kann der Energieaufwand für Heizung und Kühlung auf ein Minimum reduziert werden. Die gesamte Haustechnik verbraucht nur halb so viel Energie wie herkömmliche Technik in einem Gebäude vergleichbarer Größe.
Einige Besonderheiten
- abgehängte Kühldecken mit Strahlungswirkung ohne Konvektion (Umluft)
- Heizkörper mit hohem Strahlungsanteil und individueller Regelbarkeit
- Frischluftversorgung durch kontrollierte Be- und Entlüftung mit nicht spürbarem 1,5 fachen Luftwechsel (geräuschlos, gesund und kostensparend)
Energieaufbringung
Die Energieaufbringung ist das Herzstück des Projekts Power Tower. Die Innovation dabei liegt vor allem in der Kombination von bereits erprobten Technologien mit technischen Neuerungen. Heizung, Kühlung und Lüftung des Bürohauses werden mit einer kombinierten Wärmepumpen-Anlage erfolgen. Genutzt werden die Erde, das Grundwasser und die Sonne.
Für die Heizung und Kühlung wird dafür die Energie mit Tiefsonden (46 Stk. à 150 m = 6.900 lfm) und den Fundamentpfählen (90 Stk. à 10 m tief = 900 lfm) aus der Erde bezogen.
Das besondere daran ist, dass die im Sommer beim Kühlbetrieb anfallende Wärme wieder ins Erdreich zurückgepumpt wird und somit im Winter zum Heizen genutzt werden kann. Besonders in der Übergangszeit ermöglicht dieses System eine Energieausbeute bis 1:50. Das Erdreich in der Tiefe wird mit Wärme "aufgeladen" und damit die natürliche Speicherkapazität des Bodens bestens genützt.
Weitere Energie wird aus dem Grundwasser über zwei Förderbrunnen bezogen. Das Kühlwasser wird vor allem für das Rechenzentrum und für den Betrieb der Frischluftversorgung herangezogen. Die Erdwärme liefert den Grundenergiebedarf für Heizung und Kühlung.
Das Sonnenkraftwerk an der SW-Seite des Power Towers bedeckt fast die gesamte Fassadenseite vom ersten Stock bis unters Dach. Ausgespart sind nur die Treppenhäuser der Fluchtstiegen. Mit rund 700 m2 Fläche ist das Sonnenkraftwerk eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs. Die Anlage produziert rund 42.000 KWh Strom pro Jahr und liefert einen maßgeblichen Anteil für den Strombedarf der Infrastruktur des Bürohauses (IT, Hardware, Beleuchtung).
Insgesamt wird die neue Konzernzentrale gegenüber einem konventionellen Hochhaus pro Jahr rund 300 Tonnen CO2-Emissionen einsparen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Kosten des gesamten Energiekonzeptes liegen bei EUR 3,5 Mio. Die neue Konzernzentrale wird aus einem 75 Meter hohen 19-geschossigen Bürohochhaus und einer zweistöckigen Randverbauung mit begrüntem Dach bestehen, in dem alle Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht sind. Die Fertigstellung ist für September 2008 geplant.
LR Rudi Anschober: Neue Energie-AG Zentrale setzt Maßstäbe für energieeffiziente Bürogebäude
Erfreut zeigt sich Landesrat Rudi Anschober über die Fülle von technischen Innovationen beim Neubau der Energie AG Zentrale mitten in Linz. "Die aktuelle Ölpreisentwicklung mit einer Preiserhöhung bei Rohöl alleine heuer um 25% und einer Vervierfachung des Preises seit 2002 zeigt auf, wie dramatisch sich die enorme Abhängigkeit vom Öl ökologisch, sozial und wirtschaftlich auswirkt. Mein Ziel ist daher die Energiewende weg von Öl und Atom und hin zu Energieeffizienz und zu den erneuerbaren Energieträgern. Dass dabei der Landesenergieversorger mitzieht , ist erfreulich und notwendig und wird jüngst durch die Contracting-Initiative zum raschen Austausch von Haushaltsgeräten die Stromfresser sind sowie durch die energieeffiziente Gestaltung der neuen Zentrale unterstrichen. Es ist wichtig, dass der Landesenergiekonzern Maßstäbe setzt - unter anderem durch Oberösterreichs größtes Sonnenstromkraftwerk."
Die gesamte Haustechnik, die weithin sichtbare fassadenintegrierte Photovoltaikanlage sind Beispiele für moderne, richtungsweisende Segmente eines modernen energieeffizienten Bürogebäudes. Mit niedrigstem Energieverbrauch, reduzierten Kühllasten, Wärmepumpen und vielem mehr wird nicht nur der Stand der Technik eindrucksvoll dokumentiert sondern weit darüber hinaus gegangen: "Gerade unser Landesenergieversorger Nummer eins hat eine spezielle Verantwortung was den effizienten Umgang mit Energie betrifft. Daher freue ich mich besonders dass die Energie AG neben ihren Anstrengungen im Bereich Ökostrom in Timelkam, der Versorgungssicherheit und der Energieeffizienzanstrengungen - die wir in enger Kooperation mit Fair Energy und Energie-Check verwirklichen - auch bei der eigenen Zentrale so glaubwürdig, zukunftsweisend und nachhaltig voran geht".
| Ort, Datum: | Linz, 14.07.2006 |
| Rückfrage: | Walter
Czetsch
Tel: 0732/9000-3403 mobil: 0664/60165-3403 |

