(geb. 1963) in Moskau hat ihr Studium an dem staatlichen Moskauer Kunstinstitut im Gedenken an den Aufstand 1905 abgeschlossen. Frühe künstlerische Prägung durch Aufenthalte und Programme im Umfeld der Moskauer Künstlerunion.
2024 hat sie das Ateliersstipendium der Energie AG erhalten und teilt sich das Atelier mit Ilona Ágnes Tömő.
o.T. (2025 – 2026)
Katja Vassilievas Malerei verbindet persönliche Erfahrungen mit kulturellen Einflüssen und kunsthistorischen Bezügen. Die im Atelier der Energie AG entstandenen Arbeiten, die im Foyer sowie im ersten Stock präsentiert werden, geben Einblick in ihre intensive Auseinandersetzung mit Farbe, Erinnerung und Atmosphäre.
Auch der Leuchtkasten im Foyer wurde von Vassilieva gestaltet. Ausgangspunkt sind zwei Arbeiten, die unmittelbar zu Beginn des Krieges entstanden sind. Betroffen von den medialen Bildern und Ereignissen übersetzt die Künstlerin ihre Eindrücke in abstrahierte Farb- und Formkompositionen. Im linken Bildteil greift sie die Farben der ukrainischen Flagge auf und verbindet diese mit ihrer expressiven Bildsprache zu einer eindringlichen visuellen Reflexion über Krieg, Mitgefühl und Hoffnung.
Ein zentrales Element ihrer Malerei ist die Auseinandersetzung mit Farbe – insbesondere mit Rot, das im Russischen traditionell auch „schön“ bedeutet. Die beiden Arbeiten im hinteren Teil des Ausstellungsraums greifen diese Beschäftigung besonders auf. Inspiriert von der Farbigkeit russischer Ikonen sowie klassischen Positionen der Malerei, etwa Abram Jefimowitsch Archipow, entwickelt Vassilieva eine eigenständige, zeitgenössische Bildsprache, in der Farbe und Licht eine besondere emotionale Kraft entfalten.
Im ersten Stock werden zwei weitere Arbeiten gezeigt. Die Arbeit an der linken Wand entstand ursprünglich als Entwurf für ein Fastentuch, das zwar ausgezeichnet, letztlich jedoch nicht realisiert wurde. Inspiriert von Wasserfällen und fließenden Bewegungen dominieren Blau- und Grüntöne, die an Natur, Reinigung und Transformation erinnern. Die zweite Arbeit greift barocke Formprinzipien auf, die für Vassilieva eng mit Österreich verbunden sind. Florale und ornamentale Elemente verdichten sich hier zu freien, bewegten Kompositionen, in denen sich Dynamik und Leuchtkraft zu einer beinahe paradiesischen Bildwelt entfalten.


