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Nachhaltigkeit in der Energie AG Umwelt Service

Grundlage unternehmerischen Handelns

Investitionen in höchste technische Standards und in den Umweltschutz sind Grundlage unseres unternehmerischen Handelns. Unsere Geschäftstätigkeit umfasst die Sammlung, Aufbereitung, Verwertung und Behandlung von Abfällen sowie Wertstoffen. Dabei verfolgen wir das Ziel, Ressourcen möglichst lange im Kreislauf zu halten und Emissionen im Zuge unserer Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Mit der Forcierung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und der begleitenden Reduktion der CO2-Emissionen wollen wir einen bedeutsamen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Unsere dabei verfolgte Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf mehreren Säulen:

  • Dekarbonisierung unseres Fuhrparks
  • Verwendung erneuerbarer Energien
  • Schließung von Stoffkreisläufen

Dekarbonisierung des Fuhrparks

Die Dekarbonisierung unseres Fuhrparks ist ein wichtiger Baustein zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks unserer Geschäftstätigkeiten. Um diese zu erreichen, wurde im zweiten Quartal 2024 ein Großteil unseres Fuhrpark vollständig von fossilem Diesel auf den sogenannten Hydrotreated Vegetable Oils (HVO 100) Diesel umgestellt. HVO 100 wird aus biogenen beziehungsweise erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Bei Lebenszyklusbetrachtungen können gegenüber fossilem Diesel Treibhausgasemissionen reduziert werden. Bei der Verbrennung entstehen jedoch weiterhin CO₂-Emissionen. 

LKW_HVO 100_V1.png; Presswagen, Dieselersatz

Im Vergleich zum bisherigen Einsatz fossilen Diesels ergibt sich nach unternehmensinternen Berechnungen ein Einsparpotenzial von rund 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr. Seit Anfang April wurden dazu unsere hauseigenen Tankstellen schrittweise auf den fossilfreien HVO 100-Diesel umgestellt. Rund 85 % des Verbrauchs unserer LKW Flotte – das entspricht 4,3 Millionen Liter pro Jahr – können so nun bei den eigenen Tankstellen getankt werden. Zusätzlich zu den mit HVO 100 betriebenen LKWs, steigt auch die Anzahl der rein elektrisch betriebenen LKW kontinuierlich. Abgerundet wird das elektrische Portfolio durch eigene PV Anlagen und die entsprechende Ladeinfrastruktur, um den erneuerbaren Strom auch direkt für die Betankung der E-LKW nutzen zu können.

Erneuerbare Energien

Der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) gewinnt an unseren Standorten stetig an Bedeutung. Die erste PV-Anlage der Umwelt Service (ca. 2000 m2) wurde am Standort in Wels bereits 2013 installiert. Unser Standort in Ötztal-Bahnhof ist Dreh- und Angelpunkt für die Entsorgungslogistik im Tiroler Oberland, d.h. von dort aus werden die Abfälle und Wertstoffe von 92 Gemeinden, 1.200 Betrieben und 200.000 Einwohner:innen bearbeitet. Auf den Dächern des Standortes in Ötztal-Bahnhof wurde im Herbst 2020 eine 400 kWp PV-Anlage in Betrieb genommen. Montiert wurde die PV-Anlage auf vier Dächern mit einer Gesamtfläche von 2.200 m² (das entspricht etwa zehn Tennisplätzen). Auch der Umwelt Service Standort in Mühldorf nutzt die Sonne als erneuerbare Energiequelle und ist so seit dem Frühjahr 2023 am Standort bilanziell energieautark. Seit dem Frühjahr 2023 wird über das Jahr betrachtet somit bilanziell mindestens so viel Strom erzeugt, wie am Standort verbraucht wird.Die PV-Anlage wurde als Dach der neu gebauten Halle installiert. Die Halle umfasst eine Fläche von 1.650 m² mit der Besonderheit, dass das Dach der Halle direkt aus PV-Modulen besteht. Damit dies ermöglicht werden konnte, wurden zusätzlich zu den 650 Stück PV-Module insgesamt 7 km an Dichtung verlegt. Die Leistung der PV-Anlage liegt bei rund 265 kWp. Darüber hinaus wurde auch am Standort Timelkam im Frühjahr 2024 eine PV-Anlage in Betrieb genommen. Die Anlage, die sich über eine Fläche von 274 m² erstreckt und mit 633 PV-Modulen ausgestattet ist, verfügt über eine Leistung von rund 260 kWp. Durch die PV-Anlage wird es möglich, den Strombedarf am Standort zu etwa 30 % aus Sonnenstrom zu decken und so eine Reduktion der CO2-Emissionen um etwa 115 Tonnen pro Jahr zu realisieren. Weitere PV-Anlagen sind an weiteren Standorten in den nächsten Jahren geplant.

  • > 6.000 m²

    Photovoltaik-Fläche

  • > 1.100 kWp

    Photovoltaik-Kapazität

  • 4 Standorte

    und weitere in Planung

Schließung von Stoffkreisläufen

Mit dem Betrieb unserer Kühlgeräte-Recycling-Anlage am Standort Timelkam sind wir europaweit in einer Vorreiterrolle tätig. Pro Jahr werden am Standort ca. 120.000 Kühlgeräte demontiert und für das stoffliche Recycling aufbereitet. Dabei wird das für die Ozonschicht schädliche Treibhausgas (FCKW, Pentan etc.) abgesaugt und einer thermischen Verwertung zugeführt. Die übrigen Teile werden zerkleinert recycelt. Durch die Rückgewinnung und fachgerechte Behandlung des FCKW können nach Berechnungen auf Basis der vermiedenen Freisetzung klimawirksamer Gase jährlich rund 40.000 Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden. Am Standort Ötztal-Bahnhof werden seit Anfang des Jahres 2021 Kunststofffenster aufbereitet. So können Alteisen, Metalle und PVC sortenrein getrennt und in einem nächsten Schritt wieder dem Produktionskreislauf für neue Fenster zugeführt werden. Diese Aufbereitungsmöglichkeit wurde nun auch mit einer Urkunde seitens unseres Partnerunternehmens Dekura Kunststoffrecycling ausgezeichnet. Durch die Aufbereitung am Standort in Ötztal-Bahnhof konnten insgesamt 295.080 kg an Kunststofffenstern, -türen und -rollläden sowie Profilabschnitte an die stoffliche Aufbereitung des Unternehmens Dekura übergeben werden. Im Gesamten konnten so bislang 468.882 kg CO2e eingespart werden.

Direkte und indirekte Emissionen

Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt hat die Energie AG Umwelt Service im Jahr 2020 direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2) Emissionen von ca. 530.000 Tonnen CO2eq erhoben. Diese Emissionen ergeben sich unter anderem durch den Betrieb der Verwertungsanlagen, die Logistik und den Stromverbrauch. Den erfassten Emissionen stehen vermiedene Emissionen gegenüber, die unter anderem durch Recyclingprozesse, Kühlgeräterecycling und die Bereitstellung von Ersatzbrennstoffen erzielt werden. Durch die Produktion von Ersatzbrennstoffen können fossile Brennstoffe (z.B. in der Zementindustrie) reduziert werden. Das Recycling und die Aufbereitung von Abfällen spart CO2 in der Erzeugung von Primärrohstoffen ein. Auch das Kühlgeräte-Recycling am Standort Timelkam leistet hier einen wertvollen Beitrag. In Summe wirken sich diese Aktivitäten positiv auf den CO2-Fußabdruck aus und vermindern diesen um 320.000 Tonnen CO2eq.

hand watering and protecting globe of young tree resting on a timber, environment concept