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EnergiewendeWärme

25 Jahre Wärme aus der Tiefe: Geothermie Braunau-Simbach feiert Jubiläum

Oliver Bucher (Geschäftsführer Geothermie Braunau-Simbach), Alexander Kirchner (CTO Energie AG Oberösterreich), Jürgen Kirsch (Geschäftsführer Geothermie Braunau-Simbach) vor der Geothermie-Bohrung in Simbach. (v. li. n. re.)

Lesedauer 3 min
Seit einem Vierteljahrhundert versorgt die Geothermie Braunau-Simbach die beiden Grenzstädte Braunau (Österreich) und Simbach (Deutschland) zuverlässig mit erneuerbarer Wärme und spart dabei jährlich rund 14.000 Tonnen CO₂ ein.

Am 24. April 2026 wurde in Braunau am Inn und Simbach am Inn ein besonderes Jubiläum gefeiert: 25 Jahre Geothermie Braunau-Simbach. Beim offiziellen Festakt kamen Gäste aus Politik und Wirtschaft, langjährige Projektpartner sowie Kundinnen und Kunden aus der Region zusammen. Dabei wurde nicht nur auf die bisherigen Erfolge zurückgeblickt, sondern auch ein Ausblick auf die kommenden Entwicklungen gegeben. Denn das Projekt ist noch lange nicht am Ende.

Das größte grenzüberschreitende Fernwärmenetz Mitteleuropas

Was vor 25 Jahren als innovatives Energieprojekt begann, ist heute ein europaweit beachtetes Vorzeigeprojekt: Die Geothermie Braunau-Simbach verbindet die österreichische Innstadt Braunau am Inn mit der bayerischen Nachbarstadt Simbach am Inn über ein gemeinsames Fernwärmenetz von rund 45 Kilometern Länge.

„Als größtes grenzüberschreitendes Fernwärmenetz Mitteleuropas ist die Geothermie Braunau-Simbach seit mittlerweile 25 Jahren ein sichtbares Zeichen für eine verlässliche und nachhaltige Wärmeversorgung. Das Projekt zeigt, wie Partnerschaften die Energieversorgung in der Region langfristig sichern können", sagt Energie AG-CEO Leonhard Schitter.

Erdwärme: zuverlässig, wetterunabhängig, erneuerbar

Das Prinzip der Geothermie ist so alt wie die Erde selbst: Tief im Untergrund lagert Heißwasser, das über Bohrungen erschlossen und an die Oberfläche gebracht wird. Wärmetauscher übertragen die Energie ins Fernwärmenetz, das damit Haushalte und Betriebe mit Wärme für Heizung und Warmwasser versorgt. Das abgekühlte Wasser wird anschließend vollständig in die Tiefe zurückgeführt, ein geschlossener Kreislauf ohne Verbrauch der Ressource.

Der entscheidende Vorteil gegenüber Solar- oder Windenergie: Erdwärme steht rund um die Uhr zur Verfügung, unabhängig von Wetter und Jahreszeit. „Geothermie bietet eine wetterunabhängige und kontinuierlich verfügbare Energiequelle. Auch nach 25 Jahren fördern wir in Simbach am Inn Heißwasser mit konstant hoher Temperatur und gewährleisten so eine verlässliche Wärmeversorgung aus Erdwärme", erklärt Alexander Kirchner, CTO der Energie AG.

60 Gigawattstunden, 950 Anschlüsse, 14.000 Tonnen CO₂ eingespart

Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich liefert die Anlage rund 60 Gigawattstunden Wärme – genug, um rund 950 Haushalte und Betriebe ganzjährig zu versorgen. Der Anteil der Geothermie an der gelieferten Wärme liegt aktuell bei 70 bis 80 Prozent; Spitzenlastzeiten werden über hocheffiziente Gaskesselanlagen abgedeckt. Unter dem Strich werden so jedes Jahr rund 14.000 Tonnen CO₂ eingespart – im Vergleich zu einer konventionellen fossilen Wärmeversorgung.

„Mit einem Geothermie-Anteil von 70 bis 80 Prozent leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur erneuerbaren Wärmeversorgung für unsere Kundinnen und Kunden in der Region", so Kirchner.

Was als nächstes kommt

Das Jubiläum ist kein Anlass zum Innehalten, sondern zum Weitermachen. Die Geothermie Braunau-Simbach prüft derzeit mehrere Erweiterungsschritte: In Simbach am Inn soll eine Großwärmepumpe die bestehende Leistung der Tiefenbohrungen erhöhen. In Braunau am Inn ist eine weitere geothermische Dublette geplant. Dabei handelt es sich um zwei verbundene Bohrungen für Förderung und Rückleitung. So sollen sowohl die erneuerbare Wärmeleistung gesteigert als auch die Ausfallsicherheit verbessert werden.

Die Geothermie Braunau-Simbach ist ein lebendiger Beweis dafür, dass erneuerbare Wärmeversorgung im großen Maßstab funktioniert: grenzüberschreitend, verlässlich und seit 25 Jahren.

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