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EnergiewendeStrom

Der Schatz auf dem Produktionsdach

B2B Schatzdorfer, Marchner, Photovoltaik, E-Mobilität

Lesedauer 4 min
Ein KMU aus Zipf zeigt, wie Dekarbonisierung in der Praxis funktioniert: Schatzdorfer Gerätebau hat mit Unterstützung der Energie AG-Tochter IfEA den Stromverbrauch massiv gesenkt und produziert heute rund 40 Prozent des benötigten Stroms selbst.

Nachhaltigkeit war bei Schatzdorfer Gerätebau kein Trendthema, sondern Unternehmensprinzip – lange bevor der Begriff in aller Munde war. Das oberösterreichische Metallverarbeitungsunternehmen mit knapp 80 Mitarbeiter:innen in Zipf (Bezirk Vöcklabruck) steht exemplarisch dafür, was Industriebetriebe im Klimaschutz leisten können. Und die Zahlen geben Recht.

Generationendenken statt Quartalszahlen

„Wir haben uns im Unternehmen schon mit Nachhaltigkeit beschäftigt, bevor der Begriff überhaupt verbreitet war“, sagt Marlene Schatzdorfer, die das Unternehmen seit 2022 in dritter Generation führt. Diese langfristige Sichtweise zeigt sich auch darin, dass im Unternehmen in Generationen und nicht in Geschäftsjahren gedacht wird. Sie bildet die Grundlage für eine systematische Dekarbonisierungsstrategie, die bereits 2021 gestartet wurde. Den Startpunkt setzte eine Analyse der Energiesparpotenziale durch die IfEA (Institut für Energieausweis GmbH), ein Tochterunternehmen der Energie AG. Das Ergebnis war ein konkreter Projektplan zur Dekarbonisierung, der seither als Maßnahmengerüst für das gesamte Unternehmen dient.

Mit LED ein Drittel weniger Strom

Eine der ersten umgesetzten Maßnahmen war die vollständige Umstellung der Beleuchtung auf LED. Die Wirkung ist beachtlich: „Allein damit konnten wir den Stromverbrauch um ein Drittel senken", sagt Schatzdorfer. Die Größenordnung erklärt, warum das zählt – 12.000 Quadratmeter Produktionsfläche müssen ausgeleuchtet werden. Flankiert wurde die LED-Umstellung durch die thermische Sanierung von Halle 3 sowie die regelmäßige Leckageortung bei Druckluftsystemen an den Wochenenden, ein in der Industrie oft unterschätzter Energiefresser.

650 Kilowatt Peak auf dem Dach

Der sichtbarste Schritt: Seit August 2023 ist eine Photovoltaik-Anlage mit 650 kWp (Kilowatt Peak) in Betrieb und deckt rund 40 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs. Dieser liegt bei knapp einer Million Kilowattstunden – das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 300 Haushalten. Damit hat das Unternehmen auf seinem 45.000 Quadratmeter großen Areal einen wesentlichen Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit gemacht. Bis 2028 soll eine weitere PV-Anlage auf dem Carport folgen; das Investment bewegt sich im sechsstelligen Bereich.

Was der Treibhausgas-Bericht zeigt

Im Vorjahr hat die IfEA in einem 35-seitigen Treibhausgas-Bericht eine Bestandsaufnahme nach GHG-Protocol-Standard erstellt. Erfasst wurden direkte Emissionen (Scope 1), energiebezogene Emissionen (Scope 2) sowie vorgelagerte Energieemissionen (Scope 3.3). Das Fazit: Schatzdorfer schneidet im Branchenvergleich besser ab als der Durchschnitt. Die Zahlen machen deutlich, wie stark erneuerbare Energiequellen ins Gewicht fallen: Würde das Unternehmen Strom aus konventionellen Quellen beziehen, wären die Gesamtemissionen doppelt so hoch – käme zusätzlich noch Erdgas zur Hallenwärme zum Einsatz, stiegen sie um weitere 30 Prozent. Die verbleibenden direkten Emissionen stammen de facto nur noch aus dem Fuhrpark und dem Kältemittel der Klimaanlagen.

Nächste Schritte: Speicher, Stickstoff und Scope 3

„Logischerweise ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange", sagt Schatzdorfer. Die nächste Investitionswelle umfasst einen 770-kWh-Stromspeicher sowie einen Stickstoffgenerator zur weiteren Emissionsreduktion. Parallel erhebt die IfEA gemeinsam mit dem Unternehmen nun sämtliche Scope-3-Emissionen – also alle vor- und nachgelagerten Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Lieferkette. Der Antrieb dahinter ist auch extern: „Immer mehr unserer Kundinnen und Kunden wollen über unsere Energiesparmaßnahmen und CO₂-Emissionen Bescheid wissen", so Schatzdorfer. Klimafreundliche Produktion ist damit kein reines Kostenprojekt mehr, sondern Wettbewerbsvorteil.

Das Beispiel Schatzdorfer zeigt, was möglich ist, wenn Betriebe Dekarbonisierung nicht als Bürde, sondern als strategische Investition begreifen. Die Energie AG und ihre Tochter IfEA begleiten solche Transformationsprozesse – als „Partner auf Augenhöhe", wie Marlene Schatzdorfer selbst formuliert. Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035 braucht es genau diese Art von Zusammenarbeit: konkret, messbar, generationsübergreifend.

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