Gemeinsam mit Sonnenstrom versorgt: PV-Contracting in Lenzing an der Ager

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Photovoltaik auf dem eigenen Dach ist eine naheliegende Idee und für viele Eigentümer trotzdem schwierig umzusetzen. Planung, Finanzierung, Betrieb und Abrechnung erfordern Ressourcen, die gemeinnützige Wohnbaugesellschaften oft nicht haben. Die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. (GSG) in Lenzing an der Ager hat einen anderen Weg gewählt: PV-Contracting mit der Energie AG.
Was PV-Contracting bedeutet
PV-Contracting ist ein Modell, bei dem nicht die Gebäudeeigentümer, sondern ein externer Energiedienstleister die Photovoltaikanlage finanziert, errichtet und betreibt. In Lenzing funktioniert das konkret so: Die Energie AG ist Eigentümerin der Anlagen und übernimmt Betriebsführung, Service und Wartung. Die GSG stellt ihre sieben Dachflächen unentgeltlich zur Verfügung und hat sich an den Investitionskosten beteiligt, die im sechsstelligen Bereich liegen. Der erzeugte Strom kommt den Bewohnern zugute, überschüssige Mengen werden ins öffentliche Netz eingespeist.
„Als etablierter Energieversorger befassen wir uns auch mit PV-Komplettlösungen für Wohngebäude. Diese umfassende Planung, Errichtung, Finanzierung, Versicherung sowie Einspeisung und Abrechnung. Ich freue mich sehr, dass wir nach wenigen Wochen Bauzeit dieses innovative Projekt der GSG nun in Betrieb genommen haben”, sagt Alexander Marchner, Geschäftsführer des Energie AG Vertriebs.
Sieben Dächer, eine gemeinschaftliche Anlage
Die Wohnanlage Am Schulhang 1–7 besteht aus sieben Wohnblöcken mit mehr als 350 Bewohnern. Auf allen Dächern wurden PV-Module installiert, die gemeinsam eine Leistung von über 60 kWp erreichen. Der erzeugte Strom wird direkt vor Ort genutzt, insbesondere in den Gebäuden selbst.
Das Projekt stellte hohe technische Anforderungen. Die dichte, mehrgeschossige Bebauung erforderte den Einsatz eines leistungsstarken LKW-Krans. Kleine Dachflächen, gegenseitige Verschattung sowie unterschiedliche Eigentumsformen wie Miete, Mietkauf und Eigentum machten eine enge Abstimmung aller Beteiligten notwendig.
Für die Montage wurde zudem ein Dachrandgeländer installiert, um einen sicheren und dauerhaften Betrieb der Anlage zu gewährleisten.
Wenn Klimaschutz leistbares Wohnen möglich macht
Für die GSG ist das Projekt Teil einer langfristigen Strategie. Geschäftsführer Stefan Haubenwallner betont: „Als gemeinnützige Siedlungsgesellschaft setzen wir auf nachhaltige Lösungen mit echtem Nutzen für unsere Bewohner. Die Zusammenarbeit mit der Energie AG ist dafür ein starkes Beispiel. Unser Ziel ist es, Gebäude schrittweise auf fossilfreie Energieversorgung umzustellen und den CO₂-Fußabdruck zu senken, ohne die Leistbarkeit des Wohnraums zu gefährden.”
Für die Bewohner bedeutet die gemeinschaftliche Erzeugungsanlage konkret geringere Netzentgelte sowie reduzierte Steuern und Abgaben auf den selbst erzeugten Stromanteil. Sonnenstrom vom eigenen Dach ist günstiger als Strom aus dem Netz und macht sich in der Jahresabrechnung bemerkbar.
Auch Bürgermeister Rudolf Vogtenhuber sieht das Projekt als Vorbild über die Gemeinde hinaus: „Dieses Projekt zeigt, wie die Energiewende vor Ort gelingen kann. Erneuerbare Energie wird dort erzeugt, wo sie genutzt wird, und die Bewohner profitieren direkt. Das ist ein wichtiger Beitrag für Lenzing an der Ager.”
PV-Contracting ermöglicht die Energiewende im Wohnbau auch dort, wo Investitionsmittel begrenzt sind. Die Energie AG baut dieses Angebot gezielt aus und stärkt damit nachhaltiges Wohnen.