Strom speichern, wenn er da ist: Größter Batteriespeicher Oberösterreichs in Timelkam in Betrieb

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Erneuerbare Energien erzeugen Strom dann, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Nicht unbedingt dann, wenn er gebraucht wird. Genau hier setzen Batteriespeicher an: Sie nehmen überschüssige Energie auf und geben sie ab, wenn die Nachfrage steigt. Mit dem neuen Großbatteriespeicher in Timelkam verfügt die Energie AG nun über das derzeit leistungsstärkste Speichersystem dieser Art in Oberösterreich.
14,5 MWh - das entspricht 1.450 Haushaltsspeichern
Der Batteriespeicher Timelkam verfügt über eine Nennleistung von rund 5 MW und eine nutzbare Speicherkapazität von 14,5 MWh. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 1.450 Haushaltsspeichern mit je 10 kWh. Die Anlage basiert auf einer Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie und erreicht rund 500 Vollzyklen pro Jahr.
„Die Energiewende braucht neben dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energie auch intelligente Speicherlösungen. Mit dem Großbatteriespeicher in Timelkam investieren wir als Energie AG gezielt in die Energiezukunft Oberösterreichs", so Energie AG-CEO Leonhard Schitter.
Bestehende Infrastruktur genutzt, kein Fördergeld
Für die Umsetzung konnte vorhandene Kraftwerksinfrastruktur am Standort Timelkam genutzt werden – ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Realisierung. Die Anlage wurde vollständig ohne öffentliche Förderung errichtet.
Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit dem deutschen Batteriespeicherspezialisten INTILION, der langjährige Erfahrung im DACH-Raum mitbringt. Umrichter und Transformator kamen aus europäischer Fertigung, die Speichercontainer wurden nach europäischen Anforderungen angepasst und nach Timelkam geliefert. Die Montage und Verkabelung übernahm INTILION; ab dem Mittelspannungsabgang lag die Verantwortung für Bau, Verkabelung und Schutztechnik bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Energie AG vor Ort.
Vollautomatisch an der Energiebörse
Der Batteriespeicher schafft Flexibilität im Strommarkt: Bei hoher Erzeugung und niedrigen Preisen speichert er Überschussstrom, bei geringer Erzeugung oder hoher Nachfrage speist er wieder ein. Die Vermarktung läuft vollautomatisiert in Echtzeit. Ein Algorithmus analysiert laufend die Marktbedingungen, berechnet die optimale Einsatzstrategie und übermittelt Handelsaufträge direkt an die Energiebörse. Zusätzlich ist der Speicher am Regelleistungsmarkt aktiv und trägt damit zur Systemstabilisierung im Stromnetz bei.
„Mit dem neuen Batteriespeicher wird ein wesentlicher Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit geleistet. Gleichzeitig ermöglicht er die noch bessere Integration erneuerbarer Energiequellen, indem überschüssige Energie effizient gespeichert und genau dann bereitgestellt wird, wenn sie benötigt wird", betont Energie AG-CTO Alexander Kirchner.
Energie AG-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner unterstreicht die strategische Bedeutung: „Dass bereits 91 Prozent unserer Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen, zeigt, wie erfolgreich wir diesen Weg schon gehen. Um diesen Kurs konsequent fortsetzen zu können, müssen Stromerzeugung, Netze und Speicher als Gesamtsystem gedacht werden. Der neue Batteriespeicher in Timelkam leistet dazu einen wichtigen Beitrag."
Weitere Standorte in Planung
Timelkam ist erst der Anfang. Weitere Batteriespeicherprojekte mit ähnlichem Konzept sind an mehreren Standorten der Energie AG in Planung. Als Teil der konsequenten Erweiterung flexibler Speicherkapazitäten im Energiesystem Oberösterreichs.
Der Batteriespeicher Timelkam zeigt: Die Integration erneuerbarer Energien ist nicht nur eine Frage des Ausbaus, sondern auch eine des intelligenten Speicherns. Die Energie AG verbindet beides. Mit Investitionen, die ohne Förderung auskommen und trotzdem auf langfristige Wirkung ausgerichtet sind.
