Strom zur richtigen Zeit: Wann sich ein flexibler Stromtarif lohnt

Lesedauer 4 min
Strom kommt aus der Steckdose - klar. Aber er wird nicht immer gleich günstig erzeugt. Wenn die Sonne scheint oder der Wind kräftig weht, produzieren Solaranlagen und Windräder besonders viel Energie. In diesen Momenten ist Strom im Netz reichlich vorhanden. Und je mehr Strom verfügbar ist, desto niedriger ist sein Preis am Markt.
Genau hier setzen flexible Stromtarife an: Sie geben diese Preisschwankungen an die Kundinnen und Kunden weiter. Wer seinen Verbrauch in die günstigen Stunden verschiebt, zahlt weniger.
Was ist der Unterschied zum normalen Stromtarif?
Bei einem klassischen Stromtarif bezahlt man das ganze Jahr über einen gleichbleibenden Preis pro verbrauchter Kilowattstunde. Egal ob es Mittag ist oder Mitternacht, morgens oder abends: Der Preis bleibt gleich.
Bei einem flexiblen Tarif ist das anders. Hier kostet die Kilowattstunde zu manchen Tageszeiten mehr, zu anderen weniger. Wer seine energieintensiven Geräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wärmepumpe in die günstigen Stunden verlegt, kann seine Stromrechnung spürbar senken.
Was braucht man dafür?
Voraussetzung ist ein sogenannter Smart Meter. Das ist ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch alle 15 Minuten misst und automatisch an den Energieversorger übermittelt. Im Unterschied zum alten analogen Zähler, den man selbst ablesen musste, funktioniert der Smart Meter vollautomatisch. Nur mit einem Smart Meter kann ein flexibler Tarif korrekt abgerechnet werden, weil er genau erfasst, wann wie viel Strom verbraucht wurde. Gut zu wissen: In Österreich wurden bereits bis Ende 2024 rund 97 Prozent aller Haushalte mit Smart Metern ausgestattet.
Welche Geräte lassen sich zeitlich verschieben?
Viele Haushaltsgeräte können mit einem Startzeitprogramm versehen werden, das heißt, man stellt sie abends ein und wählt, wann sie anlaufen sollen. Geräte, die sich besonders gut für ein zeitliches Verschieben eignen:
- Waschmaschine und Trockner
- Geschirrspüler
- Warmwasserboiler
- Wärmepumpe (Heizung oder Warmwasser)
- Elektroauto (laden über Nacht oder tagsüber bei viel Sonnenstrom)
Je mehr dieser Geräte vorhanden sind, desto größer ist das Potenzial, von einem flexiblen Tarif zu profitieren.
„Feel Good Smart" der Energie AG: günstige Zonen ohne Marktrisiko
Auch die Energie AG bietet mit „Feel Good Smart" einen flexiblen Tarif an. Er arbeitet mit drei festen Preiszonen: Je nach Tageszeit gilt ein anderer Strompreis. Wer seinen Verbrauch in die günstigeren Zonen verlagert, zahlt weniger.
Der entscheidende Unterschied zu manchen anderen dynamischen Tarifen: Bei „Feel Good Smart" sind die Preise für jede Zone vorab festgelegt und bleiben für die gesamte Vertragslaufzeit stabil. Das bedeutet: Kundinnen und Kunden müssen nicht täglich die Börsennachrichten verfolgen oder abwägen, wann der Strompreis gerade günstig ist. Die Zonen sind klar definiert und planbar. Auch hier ist ein Smart Meter Voraussetzung.
Für wen lohnt sich ein flexibler Tarif besonders?
Nicht jeder Haushalt profitiert gleich stark. Besonders gut geeignet sind flexible Tarife für:
- Haushalte, in denen tagsüber jemand zu Hause ist und Geräte bewusst steuern kann
- Personen mit Elektroauto, die regelmäßig laden
- Haushalte mit Wärmepumpe oder Photovoltaik-Anlage
- Alle, die bereit sind, Waschmaschine oder Geschirrspüler zeitlich flexibel zu nutzen
Wer hingegen keine Möglichkeit hat, seinen Verbrauch zu verschieben, etwa weil alle Geräte tagsüber laufen müssen und keine Zeitsteuerung möglich ist, profitiert weniger.
Flexible Stromtarife sind kein Modell für alle, aber für viele Haushalte eine echte Möglichkeit, Strom bewusster zu nutzen und die Rechnung zu senken. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Sonnenstrom und mehr Windkraft, werden solche Tarife künftig noch relevanter werden.