Tesla Model Y: Zur rechten Zeit

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Kaum eine Marke polarisiert wie Tesla. Soll sein, solange es über die Qualitäten der Modelle keine zwei Meinungen gibt. Bestes Beispiel – das neue Model Y.
So gut wie jeder Hersteller hat sein eigenes Image. Das beruht zumeist auf der eigenen Geschichte, vergangene Erfolge oder vielleicht auch nur auf einem einzigen erfolgreichen oder auch erfolglosen Modell. Tesla ist in der Hinsicht einzigartig, scheint bei den Amerikanern doch schlicht der Gemütszustand ihres Chefs über das Befinden der Marke zu entscheiden. Das wäre zumindest eine Erklärung für den doch spürbaren Rückgang der Verkaufszahlen in der Ära Trump.
Ein anderer, und wahrscheinlich auch plausiblerer Grund, ist die wachsende und technisch stark auf- und zuweilen auch überholende Konkurrenz aus aller Herren Länder. Und überhaupt sei daran erinnert, dass das Model Y hierzulande vier Mal in Folge das meistverkaufte Elektroauto war. Da dürfen dann schon mal rote Zahlen in der Jahresendabrechnung stehen, zumindest solange man nicht tatenlos daneben steht und sich wundert. Macht Tesla eh nicht, stattdessen gab es ein Facelift.
Ganz klassische Modellpflege also, optisch via geduckter Front und einer über die gesamte Fahrzeugbreite gezogenen LED-Lichtleiste in Szene gesetzt. Derart ist auch am recht muskulös wirkenden Heck zu finden. Dort sitzen Spoiler und Diffusor, die nebst optischer Aufhübschung für besseren Abtrieb und Minimierung der Geräuschkulisse sorgen sollen. In Summe bleibt das Design zurückhaltend, die wahre Kunst dahinter ist, dass der Tesla damit trotzdem unverwechselbar bleibt.
Mag vielleicht auch an der Karosserie hängen. Die Mischung aus viel SUV und ein bisschen Van ist weiterhin einzigartig. Unverständlich aus unserer Sicht, weil die Platzverhältnisse einfach epochal sind. Egal wo man Platz nimmt, es herrscht in alle Richtungen generöse Bewegungsfreiheit. Der Kofferraum spielt mit maximal 2.138 Litern in einer eigenen Liga, dass er auch noch über ein großes Unterbodenfach verfügt und sich die zweite Sitzreihe elektrisch umlegen lässt, ist überhaupt die Höhe.
Das war auch mal das Interieur des Model Y, sie erinnern sich, keine Tasten, keine Instrumente, lediglich ein riesiger Touchscreen. Die Anzahl der Nachahmer ist seitdem stark gestiegen, etwas Eingewöhnung braucht es eh noch immer. Das Facelift brachte in der Hinsicht auch keine Änderungen. Es gibt weiterhin kein Head-up Display, die Bedienung des 16“ Screens ist wie eh und je rasch durchschaut, trotzdem hätte man nicht die gesamte Bedienung in ihn stopfen müssen. Dafür frei von Kritik: Die feine Verarbeitung und das hohe Ausstattungsniveau.




Und beim Antrieb? Da ist das Model Y eine Bank. Wir fuhren das „Long Range“-Modell mit Hinterradantrieb, sprich 299 PS, 420 Newtonmeter und bis zu 609 Kilometer Reichweite. Neben dem Überfluss an Kraft, dem hohen Level beim autonomen Fahren und den 250 kW maximaler Ladeleistung hat uns vor allem die hohe Laufruhe begeistert. Die Akkustikverglasung lässt die Welt konsequent draußen, es stellt sich ein Gefühl der Erhabenheit ein, so dass man das an sich sportlich talentierte Fahrwerk weitaus weniger reizt als es selbigem lieb ist.
Daten Tesla Model Y Long Range RWD
Motor: 74,0 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 299 PS
Max. Drehmoment: 420 Nm
Reichweite: ca. 500 km
Vmax: 201 km/h
0 auf 100 km/h: 5,6 Sek
Preis Testmodell ab EUR 51.970,00
So gibt es ihn auch:
Tesla Model Y Performance, 460 PS, Reichweite 580 km, EUR 62.970,00
So sieht die Konkurrenz aus:
BMW iX3, Preis ab EUR 69.950,00
Audi Q6 e-tron, Preis ab EUR 59.365,00