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Laden bei Hitze: Was E-Auto-Fahrende wissen sollten

Blog EnergieAberGut.

Lesedauer 4 min
Kann man beim Laden im klimatisierten E-Auto sitzen bleiben? Lädt die Batterie bei Hitze langsamer? Und was ist, wenn das Display der Ladesäule ausfällt? Die wichtigsten Fragen rund ums Laden im Hochsommer.

Hohe Temperaturen stellen E-Auto-Fahrende vor Fragen, die beim Verbrenner kaum jemanden beschäftigen. Hier sind die Antworten auf die häufigsten davon.

Kann man beim Laden im klimatisierten E-Auto sitzen bleiben?
Ja. Beim Laden im Elektroauto sitzen bleiben und die Klimaanlage laufen lassen ist problemlos möglich. Moderne Elektroautos verfügen über einen Ready- oder Zubehörmodus, in dem Infotainment, Lüftung und Klimatisierung aktiv bleiben, obwohl das Fahrzeug steht. Besonders praktisch: Im Lademodus bezieht das Fahrzeug die Energie für die Klimaanlage möglichst direkt aus dem Stromnetz statt aus dem Akku. Das reduziert Reichweitenverluste deutlich. Bei einem längeren Aufenthalt steigt der Energiebedarf leicht an, was die Ladezeit minimal verlängern kann – im Alltag ist das aber kein Problem.

Machen hohe Temperaturen den Ladesäulen zu schaffen?
Ladesäulen stehen im Freien und sind Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Elektronische Bauteile können sich erwärmen, was nur im Extremfall zu einer Reduktion der Ladeleistung führt. Hersteller legen ihre Anlagen für Temperaturen bis rund 45 Grad aus. Bei sehr heißen Außentemperaturen greifen Schutzmechanismen, die die Leistung reduzieren oder einzelne Komponenten herunterregeln, um Überhitzung zu vermeiden. Für Fahrende bedeutet das: Eine Gefahr besteht nicht, aber an sehr heißen Tagen können Ladevorgänge etwas länger dauern.

Gibt es Unterschiede zwischen AC- und DC-Ladesäulen?
Ja. AC-Laden, etwa zuhause oder an Wallboxen, erfolgt mit geringerer Leistung und erzeugt weniger Wärme – der Einfluss von Hitze ist hier meist sehr gering. DC-Schnellladesäulen arbeiten mit deutlich höheren Leistungen und Strömen, wodurch mehr Wärme entsteht. Deshalb sind DC-Lader mit Kühltechnologien ausgestattet, teils sogar mit flüssigkeitsbasierten Systemen in Kabeln und Steckern. Bei Extrembedingungen können diese Anlagen die Leistung stärker reduzieren als AC-Stationen. In der Praxis bedeutet das: Schnelllader können im Hochsommer eher von Leistungseinbußen betroffen sein als AC-Lader.

Lädt der Akku bei Hitze schneller oder langsamer?
Langsamer. Lithium-Ionen-Batterien arbeiten optimal bei etwa 20 bis 25 Grad Celsius. Bei deutlich höheren Temperaturen reduziert das Batteriemanagement automatisch die Ladeleistung, um Überhitzung und Schäden zu vermeiden. Beim Schnellladen kann das bei großer Hitze spürbar sein oder im Extremfall zu einer kurzen Unterbrechung führen. Hitze beschleunigt außerdem langfristig die Alterung des Akkus, weil chemische Prozesse im Inneren schneller ablaufen. Moderne Fahrzeuge kompensieren das durch aktive Kühlung – dennoch gilt: Hitze bremst, sie beschleunigt nicht.

Was tun, wenn das Display der Ladesäule ausfällt?
Displays an Schnellladesäulen können auf extreme Hitze empfindlich reagieren. Direktes Sonnenlicht und hohe Temperaturen können Bildschirme schlechter ablesbar machen oder vorübergehend abschalten – ein Schutzmechanismus, der Schäden an der Elektronik verhindert. Die Ladestation selbst ist dabei weiterhin funktionstüchtig. Lösungen: Den Ladevorgang per Direkt-Bezahl-App über den QR-Code starten – alle Ladepunkte sind damit ausgestattet. Wer eine Ladekarte hat, benötigt für die Freischaltung ohnehin kein Display. Bei neueren Anlagen sind Displays zudem besser gekühlt oder vor Sonne geschützt.

Wie wird ein Ladestopp im Sommer angenehm?
Die meisten Ladestationsbetreiber – so auch die Energie AG – wählen Standorte mit Aktivitätsmöglichkeiten in Gehweite. Nahe gelegene Geschäfte, Sanitäranlagen oder Gastronomiebetriebe sorgen für eine angenehme Erfrischung während der kurzen Ladezeit. Mit etwas Planung wird aus dem Ladestopp eine willkommene Pause.

Hitze stellt weder E-Auto noch Ladesäule grundsätzlich vor unlösbare Probleme. Wer die Technik kennt und ein paar einfache Punkte beachtet, reist auch im Hochsommer entspannt elektrisch.

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