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Grünes Licht für das neue Wasserkraftwerk Traunfall

Blog EnergieAberGut.

Lesedauer 4 min
Volle Wasserkraft voraus heißt es bei der Energie AG. Denn jetzt ist es fix: Das Laufwasserkraftwerk am Traunfall wird neu gebaut. Damit können schon in rund drei Jahren 35.000 Haushalte mit sauberer Energie versorgt werden.

Im Aufsichtsrat gab es grünes Licht für den Neubau des Laufwasserkraftwerks am Traunfall. Damit ist die Errichtung des drittgrößten Kraftwerks der Energie AG an der Traun unter Dach und Fach. Das Investitionsvolumen beträgt rund 190 Millionen Euro.

„Wasserkraft ist neben Photovoltaik und Windkraft eine unverzichtbare Säule der regionalen und ressourcenschonenden Stromerzeugung. Mit dem Neubau des Kraftwerks Traunfall setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt für eine nachhaltige Energiezukunft und zur Versorgungssicherheit für künftige Generationen“, erklärt Energie AG-CEO Leonhard Schitter.

Altes macht Platz für Neues: Nach über 135 Jahren gehen die Anlagen Gschröff, Siebenbrunn und das aktuelle Kraftwerk Traunfall in den wohlverdienten Ruhestand. Sie haben gezeigt, dass Wasserkraft Generationen verbindet – und das tun wir jetzt wieder: mit umweltschonender Technologie und 100 % erneuerbarer Power.

„Der Neubau des Kraftwerks Traunfall kombiniert modernste Technik mit nachhaltiger Bauweise. Die jährliche Stromerzeugung kann von rund 70 GWh auf 125 GWh deutlich erhöht werden und den Jahresstromverbrauch von rund 35.000 Haushalten decken. Bereits in der Projektierung wurde auf die sensiblen, ökologischen Rahmenbedingungen Rücksicht genommen. Der Traunfall selbst bleibt in seiner natürlichen Schönheit unberührt“, versichert Energie AG-CTO Alexander Kirchner.

„Mit einer Investition von rund 190 Millionen Euro stellen wir die Weichen für eine wirtschaftlich tragfähige und zukunftsorientierte Energieversorgung. Die lange Lebensdauer von Wasserkraftwerken zeigt, dass sich diese Investition über viele Jahrzehnte auszahlen wird – für das Unternehmen, für unsere Kund:innen und den Klimaschutz. Unsere Investitionen in eine nachhaltige Energiezukunft sind gleichzeitig auch ein Konjunkturprogramm für den Standort. Alleine das Kraftwerk Traunfall ergibt über die gesamte Lebensdauer einen kumulierten Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt Österreichs von knapp einer Milliarde Euro“, so Energie AG-CFO Andreas Kolar.

So funktioniert das Wasserkraftwerk Traunfall

Das Kraftwerk ist als so genanntes Ausleitungskraftwerk geplant, das heißt, Krafthaus und Stauanlage sind örtlich getrennt. Gleich bei der Traunfallbrücke wird eine neue Wehranlage samt Einlaufbauwerk errichtet. Sie fängt das Triebwasser auf und leitet es über einen unterirdischen Druckkanal ins 750 Meter entfernte Kraftwerk. Im bereits bestehenden Stauraum steigt der Wasserspiegel um rund 2,3 Meter. Rechnet man die vorhandene Fallhöhe, die höheren Wirkungsgrade und die verbesserte Nutzung der Wassermenge zusammen, können wir die Jahresstromproduktion um ganze 80 % auf 125 GWh steigern. Heißt konkret: Mehr als drei Viertel der Einwohner:innen des Bezirkes Gmunden können mit sauberem Strom versorgt werden!

Nach der Fertigstellung treibt das ausgeleitete Triebwasser zwei leistungsstarke Kaplanturbinen an. Sie erzeugen durch die potenzielle Energie des fördernden Wassers elektrischen Strom. Die Turbinen befinden sich im Kraftwerk in der Nähe des bestehenden Umspannwerks Traunfall. Das Wasser fließt dann über unterirdische Stollen zurück in die Traun – effizient und unsichtbar.

Apropos unsichtbar: Weil das Kraftwerk unterhalb des Urgeländes liegt, fällt es kaum ins Auge. Sichtbar bleibt nur die positive Energiebilanz!

Natur & Technik im Gleichgewicht

Das Projekt steht ganz im Einklang mit der Umwelt: Im geschützten Natura 2000-Gebiet entstehen Flachwasserzonen, Seitenarme und Inseln – perfekte Lebensräume für eine vielfältige Flora und Fauna. Die Traunschlucht unterhalb des Traunfalls bleibt unberührt und wird ganzjährig dynamisch mit Wasser versorgt. Der Traunfall behält also unverändert seine natürliche Schönheit.

Dazu kommt: Das Einlaufbauwerk, der alte Triebwasserweg und die derzeitige 10 kV-Freileitung werden rückgebaut. Künftig wird die Energie über unsichtbare Erdkabel zum bestehenden 30 kV-Umspannwerk Traunfall, das gleich in der Nähe liegt, abgeleitet.

Der Zeitplan steht

Wir starten mit dem Bau im Sommer 2025, die ersten Vorarbeiten beginnen sofort – und zwar geht’s dabei um folgende Maßnahmen:

  • Baufeldvorbereitung und Amphibienschutz 
  • Errichtung der Baustromversorgung 
  • Baustelleneinrichtung mit Haupt- und Nebenlager

Rund drei Jahre wird die Bauzeit dieses Leuchtturmprojekts betragen. 2028 startet dann der Probebetrieb – und damit eine neue Ära der regionalen Stromversorgung im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Übrigens: Der beliebte Wanderweg entlang der Traun bleibt während der Bauzeit begehbar. Nur wo es nötig ist, wird der Weg teilweise umgeleitet.

 

Gut zu wissen

Art der Anlage: Ausleitungskraftwerk
Turbinenleistung (zwei vertikale Kaplanturbinen): 25 MW
Fallhöhe: 25,3 m
Genutzte Wassermenge: bis zu 130 m3/s
Jahreserzeugung: 125 GWh
Versorgte Haushalte: 35.000
Netzanbindung: 30 kV

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