BMW iX2 30e: Höher. Schneller. Weiter?

Lesedauer 4 min
Der neue BMW X2 hat mit seinem Vorgänger so gut wie gar nichts mehr gemeinsam. Die größte Manifestation dessen findet sich erstmals auch im vollelektrischen iX2.
Ein neues Modell ist ein willkommener Anlass noch einmal kurz zurückzublicken. Der jetzt alte BMW X2 hat sich tapfer geschlagen, laut BMW war er der Begründer des Sports Active Coupés-Konzeptes. Eine behutsame Weiterentwicklung wäre hier durchaus zu erwarten und aus unserer Sicht auch keine schlechte Idee gewesen. Aus BMWs Sicht offensichtlich schon, wie auf den ersten Blick klar wird.
Der X2 ist in alle Richtungen gewachsen, sieht damit dem X4 weitaus ähnlicher als dem X1, seines Zeichens technisch engster Verwandter. Genau genommen hat er damit sein selbst kreiertes Konzept Richtung SUV-Coupé verlassen. Optisch ist er dabei von seinen fossilen Brüdern kaum zu unterscheiden. Vielleicht waren wir aber auch zu sehr vom „Fire Red“-Metallic, den schwarzen 20“ Rädern und den im „M Sportpaket Pro“ inkludierten Details abgelenkt.
Schon klar, ein BMW hat nun mal ein BMW zu sein – egal welches Segment, egal welche Antriebsform. Von dem her überraschen die aus zwei E-Motoren lukrierten 313 PS und 494 Newtonmeter des 30e auch überhaupt nicht. Entsprechend druckvoll und ansatzlos beschleunigt der iX2 in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die der BMW dank elektrischem Allradantrieb auch bei Nässe realisiert. Wer den genauso wenig braucht, wie die Beschleunigung auf Sportwagenniveau, sei auf den iX2 20e verwiesen.
So oder so, bei der Freude am Fahren geht der BMW iX2 keine Kompromisse ein. Es macht einfach Spaß, Kurven völlig entspannt und zugleich etwas dynamischer als gewohnt zu durcheilen. Ein regelmäßiger Blick auf die Reichweite sei dabei aber empfohlen. Die Plattform des iX2 ist keine rein elektrische, sprich, es war nicht unendlich viel Platz für den Akku. Seine 64,8 kWh sind relativ überschaubar, detto die WLTP-Reichweite von maximal 449 Kilometern.
BMW wäre aber nicht BMW, würden sie nicht mit hohem technischen Know-how dem Akku unter die Arme zu greifen: Adaptive Rekuperation, neueste Ladesoftware, ladeoptimierte Routenführung, aktivierbares Vorwärmen der Batterie für optimiertes Laden, „Max Range“-Funktion für erhöhte Reichweite, maximal 130 kW schnelles Laden. Derart aufgerüstet taugt der iX2 auch für die große Reise.
Würde sich ob der feinen Platzverhältnisse sowieso anbieten. Seine neue Größe wurde quasi 1:1 sowohl Passagieren als auch Gepäck gewidmet, zudem bietet der Kofferraum via 40:20:40 teilbarer Rückbank auch eine hohe Flexibilität. Dass das Ganze fein ausstaffiert ist, versteht sich dabei fast von selbst. Der iX2 überzeugt entsprechend dem Anspruch der Marke mit toller Verarbeitung und feinen Materialien.
Das Curved Display mag zwar mittlerweile bekannt sein, an seinem edlen Look und den kristallklaren Bildern ändert das aber nichts. Die Menüführung ist logisch und gut strukturiert, die Bedieninsel in der Mittelkonsole ersetzt dabei den iDrive Controller so gut sie kann. Als 30e startet der BMW iX2 bei 57.408,00 EUR.
|
Daten BMW iX2 xDrive 30e Motor: 64,8 kWh Batterie (Netto) Leistung: 313 PS Max. Drehmoment: 494 Nm Reichweite: ca. 405 km Vmax: 180 km/h 0 auf 100 km/h: 5,6 Sek Preis ab 57.408,00 EUR (exklusive Förderungen)
So gibt es ihn auch: BMW iX2 eDrive 20e 204 PS, WLTP-Reichweite 487 km, Preis ab 47.400,00 EUR
So sieht die Konkurrenz aus: Audi Q4 e-tron, Preis ab 49.990,00 EUR VW ID4, Preis ab 43.890,00 EUR
|
Bildcredits: Rene Bachl, fahrfreude



